Der strategische Umbau des Chemiegeschäfts ist abgeschlossen, die neue Borouge International AG steht. Während sich OMV damit als globales Schwergewicht im Polyolefin-Markt positioniert, sorgt der Zeitplan für Ernüchterung. Eine unerwartete Verzögerung beim Börsengang des Joint Ventures zwingt Aktionäre zu Abstrichen bei den zukünftigen Ausschüttungen.
Neues Schwergewicht im Chemiesektor
Zusammen mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) hat der österreichische Konzern die Fusion seiner Chemiesparte vollzogen. Das neu geformte Joint Venture steigt direkt zum viertgrößten Polyolefin-Produzenten weltweit auf. Die Produktionskapazität wächst durch den Zusammenschluss auf 13,6 Millionen Tonnen jährlich. Das Management rechnet ab dem zweiten Quartal 2026 mit einem Ergebnisbeitrag von rund 140 Millionen Euro pro Quartal.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Omv?
Die vollständige Konzernstruktur nach der Fusion präsentiert das Unternehmen im kombinierten Geschäftsbericht am morgigen 2. April. Zusätzlich sollen Synergien in Höhe von 500 Millionen US-Dollar gehoben werden. Drei Viertel davon plant das Management bereits innerhalb der ersten drei Jahre zu realisieren.
Verzögerung belastet die Ausschüttung
Die anfängliche Euphorie über den Deal erhält durch den angepassten Zeitplan einen Dämpfer. OMV und ADNOC haben den geplanten Börsengang der Borouge Group International auf das Jahr 2027 verschoben. Diese Entscheidung halbiert die erwartete Gewinnbeteiligung der OMV für das Jahr 2026 von 500 Millionen auf etwa 250 Millionen US-Dollar. Entsprechend müssen sich Anleger auf eine um 0,60 bis 0,70 Euro geringere Dividende je Aktie für 2026 einstellen. Auf das laufende Geschäftsjahr hat dies keine Auswirkungen, hier bleibt der Vorschlag von 4,40 Euro je Anteilsschein bestehen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Omv?
Am Markt sorgte die Verschiebung heute für leichte Gewinnmitnahmen. Die Aktie gab um 2,32 Prozent auf 60,95 Euro nach. Damit notiert das Papier allerdings weiterhin in direkter Schlagdistanz zu seinem erst vorgestern erreichten 52-Wochen-Hoch. Die seit Jahresbeginn verzeichneten Kursgewinne von knapp 26 Prozent unterstreichen die positive Marktwahrnehmung der strategischen Neuausrichtung.
Ungeachtet der kurzfristigen Dämpfer bei der künftigen Dividendenplanung werten Ratingagenturen wie S&P und Moody’s die Bonität der neuen Gesellschaft als solide. Die endgültige Abstimmung über die diesjährige Ausschüttung erfolgt auf der Hauptversammlung am 27. Mai. Mit der vollzogenen Fusion hat das Unternehmen einen wesentlichen Schritt getan, um die strukturelle Abhängigkeit vom klassischen Ölgeschäft dauerhaft zu reduzieren.
Omv-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Omv-Analyse vom 1. April liefert die Antwort:
Die neusten Omv-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Omv-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Omv: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


