OMV Aktie: Milliarden-Deal ohne Kapitän

Der österreichische Energiekonzern steht vor dem Abschluss einer 60-Milliarden-Dollar-Chemiefusion, während die Suche nach einem neuen Vorstandschef die Großaktionäre blockiert. Die Dividende wird vorübergehend gekürzt.

Omv Aktie
Kurz & knapp:
  • Blockade bei der Nachfolge des scheidenden CEOs
  • Chemie-Joint-Venture wird viertgrößter Produzent weltweit
  • Dividende für 2026 wird um 50 Prozent gekürzt
  • Chemiesparte verzeichnet Gewinnsprung von 71 Prozent

Der österreichische Energiekonzern formt gerade einen der größten Kunststoffproduzenten der Welt, sucht aber parallel händeringend nach einer neuen Führung. Während die 60 Milliarden US-Dollar schwere Chemie-Fusion mit ADNOC auf die Zielgerade einbiegt, blockieren sich die Großaktionäre bei der Wahl eines neuen Vorstandschefs gegenseitig. Diese Hängepartie fällt in eine entscheidende Phase des strukturellen Umbaus.

Spannungen zwischen den Großaktionären

Der amtierende CEO Alfred Stern verlässt das Unternehmen Ende August 2026. Obwohl dieser Schritt seit zehn Monaten bekannt ist, konnten sich die Staatsholding ÖBAG und der Partner ADNOC bisher auf keinen Nachfolger einigen. Der Borealis-Chef Stefan Doboczky galt lange als Favorit der österreichischen Seite. Dem Vernehmen nach steht ADNOC dieser Personalie skeptisch gegenüber, was zu spürbaren Reibungen im Aufsichtsrat führt. Da externe Kandidaten oft lange Sperrfristen mitbringen, drängt die Zeit für eine Lösung, die noch in der zweiten Märzhälfte fallen soll.

Strategischer Umbau fordert finanzielle Opfer

Die personelle Unsicherheit überschneidet sich mit dem planmäßigen Abschluss der Borouge Group International AG (BGI). Das Joint Venture steigt mit einer Bewertung von über 60 Milliarden US-Dollar zum viertgrößten Polyolefin-Produzenten weltweit auf. Um die Bilanz des neuen Giganten vorsorglich zu stärken, verständigten sich die Partner auf eine Anpassung der Ausschüttungspolitik. Aktionäre müssen für das Geschäftsjahr 2026 eine Kürzung der zweiten Dividendientranche um 50 Prozent hinnehmen, was sich in einem Rückgang von 0,60 bis 0,70 Euro je Anteilsschein niederschlägt. Auch der geplante Börsengang der BGI verschiebt sich auf das Jahr 2027.

Chemiegeschäft als neuer Ertragsbringer

Operativ liefert die Neuausrichtung bereits greifbare Resultate. Niedrigere Ölpreise ließen das operative Ergebnis im Energiesegment um 29 Prozent einbrechen. Im Gegenzug verzeichnete die Chemie-Division einen Gewinnsprung von 71 Prozent auf 784 Millionen Euro. Anleger honorieren diesen Wandel hin zu margenstärkeren Produkten. Seit Jahresbeginn verzeichnete der Titel einen soliden Wertzuwachs von 18,75 Prozent und notierte zuletzt bei 57,45 Euro.

Der weitere Zeitplan für den Konzern ist eng getaktet. Ein erstes Trading Update am 9. April wird Aufschluss darüber geben, ob der BGI-Abschluss wie geplant vollzogen wurde. Die detaillierten Quartalszahlen folgen am 30. April, bevor die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 27. Mai endgültig über die angepasste Dividende abstimmen.

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Über Dieter Jaworski 2116 Artikel

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