OMV Aktie: Prüfbehörde schlägt zu

Die österreichische Energieaufsicht prüft OMV wegen unvollständiger Umsetzung der Spritpreisbremse. Der Konzern verweist auf Importe, während Politik und Börse reagieren.

Omv Aktie
Kurz & knapp:
  • E-Control prüft OMV wegen Spritpreisbremse
  • Konzern gibt nur 2,8 statt 5 Cent Rabatt weiter
  • Aktie verliert 7 Prozent in einem Monat
  • Quartalszahlen und Dividendenkürzung stehen an

Österreichs Energieaufsicht E-Control nimmt OMV unter die Lupe — und der Konzern steht dabei nicht nur regulatorisch, sondern auch an der Börse unter Druck. Innerhalb von 30 Tagen hat die Aktie rund 7 Prozent verloren und notiert mit 56,30 Euro mittlerweile unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts.

Spritpreisbremse: OMV gibt weniger weiter als vorgesehen

Der Auslöser der Prüfung: OMV setzt die staatliche Spritpreisbremse nur teilweise um. Die österreichische Regierung hatte eine Begrenzung der Gewinnspannen eingeführt, die Treibstoffpreise um fünf Cent pro Liter Diesel senken soll. OMV gibt bei Diesel jedoch nur 2,8 Cent weiter.

Der Konzern verweist auf eine Notfallklausel in der Verordnung. Da Österreich 60 Prozent seines Diesels importiert und ausländische Lieferanten den Abschlag nicht akzeptieren, sei der volle Verzicht wirtschaftlich nicht darstellbar. Für selbst hergestellten Kraftstoff werde der volle Rabatt weitergegeben.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Omv?

Das Wirtschaftsministerium ließ diese Erklärung kalt. Die Klausel sei „kein Freibrief“, betonte das Ministerium — und schickte die E-Control. Bei einem festgestellten Verstoß droht eine Geldstrafe.

Politischer Gegenwind aus mehreren Richtungen

Die Reaktionen aus dem Parlament fallen scharf aus. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim forderte OMV „dringend“ auf, die vollen fünf Cent Margenreduktion umzusetzen. NEOS-Energiesprecherin Karin Doppelbauer legte nach: Es sei „schon verwunderlich“, dass ausgerechnet der größte Marktakteur als Einziger erkläre, keine Gewinne zu erzielen.

Kein Wunder, dass der Kursrückgang zum ungünstigsten Zeitpunkt kommt. Ab dem 17. April gilt die Quiet Period vor den Quartalszahlen — das Management darf sich gegenüber Kapitalmarktteilnehmern kaum äußern, während die politische Debatte weiterläuft.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Omv?

Q1-Zahlen und Hauptversammlung als nächste Wegmarken

Am 30. April veröffentlicht OMV den vollständigen Q1-Bericht. Sechs Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn von 1,32 Euro je Aktie — nach 0,44 Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz soll auf rund 7,76 Milliarden Euro geklettert sein, ein Plus von knapp 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Allerdings werden die Zahlen operative Belastungen zeigen. Die Produktionsmenge sank gegenüber dem Vorquartal auf 288.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Einmalige Absicherungsverluste durch unterbrochene Rohölströme schlagen mit rund 100 Millionen Euro zu Buche, das Fuels-Segment leidet unter niedrigeren Endkundenmargen und geplanten Raffineriestillständen — weitere 150 Millionen Euro operativer Belastung.

Kurz nach den Zahlen folgt die Hauptversammlung im Mai, auf der über eine bereits angekündigte Dividendenreduktion abgestimmt wird. Für OMV-Aktionäre wird der April damit zum Monat der Entscheidungen.

Omv-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Omv-Analyse vom 18. April liefert die Antwort:

Die neusten Omv-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Omv-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Omv: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Omv

Omv Jahresrendite