OMV hat die Prognose für die Raffineriemarge im Gesamtjahr angehoben, wie am Donnerstag Medienberichten zufolge bekannt wurde. Eine Prognose für 2027 legte das Unternehmen dabei noch nicht vor. CEO Emma Delaney erwartet, dass niedrige Kraftstoffbestände die angespannten Raffineriemärkte weiter stützen dürften.

Die Margenerwartung steht damit im Zusammenhang mit einem weiterhin knappen Marktumfeld. Delaneys Einschätzung zufolge dürften die niedrigen Bestände den Raffineriemärkten weitere Unterstützung geben. Die Aktie verlor am Freitag 0,7%; der Schlusskurs lag bei 71,60 €.

Raffinerien und Chemie entwickeln sich unterschiedlich

Das vor rund zwei Wochen veröffentlichte Quartalsergebnis für das dritte Quartal 2026 zeigte die unterschiedliche Entwicklung der Geschäftsbereiche. Nach Unternehmensangaben stieg das CCS-Operative Ergebnis vor Sondereffekten um 68 % auf 2,12 Mrd. Euro.

Die Raffineriemarge erhöhte sich dabei auf 37,50 US-Dollar je Barrel. Dagegen sank das operative Ergebnis des Chemiegeschäfts auf 63 Mio. Euro. Die angehobene Margenprognose betrifft somit einen Bereich, der bereits im berichteten Quartal eine deutliche Verbesserung verzeichnete.

Investitionsentscheidung für Kunststoffanlage steht aus

Bei einem geplanten Verwertungsprojekt in Wien bleibt die Investitionsentscheidung offen. Für das „Projekt Schleie“ von OMV Downstream liegt laut OMV noch keine finale Investitionsentscheidung vor, wie am Mittwoch berichtet wurde.

Geplant ist eine Anlage zur mechanischen und chemischen Verwertung nicht gefährlicher Kunststoffabfälle. Die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung nennen eine geplante Verarbeitungskapazität von bis zu 200.000 Tonnen pro Jahr.

Ein weiteres Projekt betrifft Neptun Deep: Nach Angaben von Delaney ist es zu 89 % fertig. Bei voller Produktion erwartet OMV einen jährlichen Beitrag von rund einer halben Milliarde Euro zum bereinigten CCS-Betriebsergebnis.