Erst vor wenigen Tagen feierte OMV den Abschluss einer historischen 60-Milliarden-Dollar-Fusion im Kunststoffgeschäft. Heute holt die geopolitische Realität den österreichischen Konzern mit voller Wucht ein. Herabfallende Raketentrümmer haben am weltgrößten Produktionsstandort für Polyolefine in den Vereinigten Arabischen Emiraten Brände ausgelöst und die Anlagen zum Stillstand gezwungen.
Produktion in Ruwais ausgesetzt
Am Sonntagmorgen fingen die Luftverteidigungssysteme der Emirate über dem Industriekomplex Ruwais anfliegende Geschosse ab. Die Trümmerteile trafen das Flaggschiff-Werk der frisch gegründeten Borouge Group International. Wie die Betreibergesellschaft heute an der Börse in Abu Dhabi bestätigte, kam glücklicherweise niemand zu Schaden und die Brände sind unter Kontrolle. Allerdings ruht die Produktion in den betroffenen Bereichen auf unbestimmte Zeit, während Experten die Schäden bewerten und Reparaturen vorbereiten.
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Der Vorfall reiht sich in eine wochenlange Serie von Drohnen- und Raketenangriffen aus dem Iran auf kritische Infrastruktur der Golfstaaten ein. Jede Störung in dieser für die globale Energieversorgung essenziellen Region schürt sofort Sorgen um weitreichende Lieferkettenprobleme.
Heikler Moment für die neue Struktur
Der Zwischenfall trifft das Unternehmen in einer sensiblen Phase. Erst in der vergangenen Woche besiegelten OMV und der ADNOC-Investitionsarm XRG die Zusammenlegung ihrer Kunststoffsparten zu einer gemeinsamen Megaplattform. Ausgerechnet die neueste Erweiterung „Borouge 4“, an der OMV zu 30 Prozent beteiligt ist, befand sich zum Zeitpunkt der Brände gerade in der wichtigen Hochlaufphase.
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Borouge-Chef Hazeem Sultan Al Suwaidi bemüht sich um Beruhigung. Er verweist auf hohe Auslastungsraten im ersten Quartal, alternative Vertriebswege und eine starke Finanzlage. Zudem treibe ein globaler Mangel an Polyolefinen aktuell die Preise nach oben. Die Analysten von EFG Hermes warnen jedoch vor voreiligen Schlüssen. Das genaue Ausmaß der Schäden sei unklar, weshalb sich die Dauer der Betriebsunterbrechung und die potenziellen finanziellen Folgen derzeit nicht seriös beziffern lassen.
Belastungen für das erste Quartal
Bereits am 9. April präsentiert OMV sein Trading Update für das erste Quartal. Neben den noch unabsehbaren operativen Folgen des Ruwais-Vorfalls liefert der Bericht konkrete Zahlen zu einer bereits bekannten Belastung. Der Verkauf einer Beteiligung in Malaysia drückte die Gesamtförderung im Jahresauftakt um rund zwölf Prozent auf 310.000 Barrel pro Tag. Das Betriebsergebnis wird durch diesen Einmaleffekt voraussichtlich um etwa 250 Millionen Euro geschmälert.
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