Ausgefallene Rohölverladungen im Nahen Osten und Dämpfer im Chemiegeschäft haben die OMV-Aktie am heutigen Freitag ins Minus gedrückt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters reagierten die Marktteilnehmer vor allem auf fehlende Verladungen und Belastungen bei der Beteiligung Borouge International.
Operativer Gegenwind und staatliche Sondersteuern
Im Geschäftsfeld Energie bezifferte das österreichische Unternehmen den erwarteten operativen Gegenwind durch veränderte Verladepläne und ausgebliebene Lieferungen im dritten Quartal auf rund 100 Millionen Euro gegenüber dem Vorquartal.
Neben den logistischen Verzögerungen drücken auch fiskalische Belastungen auf das Ergebnis. Staatliche Sondersteuern in Österreich und Rumänien dürften den unbereinigten Nettogewinn im Berichtszeitraum um weitere 150 bis 200 Millionen Euro schmälern.
Die operative Fördermenge konnte diese Einbußen nicht vollständig kompensieren. Die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen belief sich im dritten Quartal auf 294.000 Barrel pro Tag. Davon erreichte die tatsächliche Verkaufsmenge im gleichen Zeitraum ein Niveau von 225.000 Barrel Öläquivalent pro Tag.
Zurückhaltende Reaktionen der Analysten
Unter den Analysten sorgt das operative Bild für vorsichtige Einschätzungen. Medienberichten zufolge verweisen Experten darauf, dass zwar höhere Raffineriemargen stützen, diese jedoch durch einen stärkeren Rückgang der Fördermengen teilweise wieder ausgeglichen werden.
Ob sich die operativen Verschiebungen im Nahen Osten und die Abgabenlast auch auf die Prognosen für das Schlussquartal auswirken, wird der vollständige Zwischenbericht zeigen. Die endgültigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate plant das Management am 29. Oktober 2026 vorzulegen.
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