Der Dividenden-Zahltag ist Geschichte. Am 11. Juni 2026 floss die OMV-Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2025 an die Aktionäre — insgesamt 4,40 Euro je Aktie. Für Anleger stellt sich jetzt die Frage, was die überarbeitete Dividendenpolitik ab 2026 konkret bedeutet.

Was die Hauptversammlung beschlossen hat

Die Gesamtdividende setzt sich aus zwei Teilen zusammen: 3,15 Euro reguläre Dividende und 1,25 Euro variable Dividende. Die Hauptversammlung am 27. Mai 2026 hat beide Tranchen beschlossen. Ex-Tag war der 8. Juni 2026.

Für die aktuelle Ausschüttung gilt noch die alte Logik: 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows, plus variable Dividende bei einem Verschuldungsgrad unter 30 Prozent.

Ab 2026 ändert sich die Berechnungsbasis

OMV stellt die Dividendenformel um. Ab dem Geschäftsjahr 2026 fließen zwei Quellen in die Berechnung ein: 50 Prozent der OMV zurechenbaren Dividenden aus der Borouge Group International sowie 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows — wobei die Borouge-Dividenden aus dieser Cashflow-Basis herausgerechnet werden. Ausgezahlt wird nach dieser neuen Formel erstmals 2027.

Das Prinzip bleibt: progressive reguläre Dividende plus variable Komponente. Die Basis wird breiter, weil Borouge explizit einbezogen wird.

Kursbild nach dem Zahltag

Die Aktie schloss am Freitag bei 58,50 Euro — ein Tagesplus von 1,12 Prozent. Auf Wochensicht steht jedoch ein Minus von knapp neun Prozent. Der Kurs liegt damit rund 3,5 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 60,60 Euro, aber noch gut elf Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Der RSI von 39,5 signalisiert keinen überkauften Markt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 31 Prozent zeigt aber, dass die Aktie zuletzt spürbar geschwankt hat.

Nächste Termine im Blick

Zwei Daten markieren den weiteren Kalender: Am 9. Juli 2026 veröffentlicht OMV ein Trading Update für das zweite Quartal. Der vollständige Halbjahresbericht folgt am 31. Juli 2026. Beide Termine liefern den ersten Praxistest dafür, wie sich das volatile Energiemarktumfeld auf die operative Entwicklung ausgewirkt hat — und damit auch, auf welcher Cashflow-Basis die neue Dividendenformel künftig berechnet wird.