Der Wiener Aktienmarkt feiert eine kräftige Erholung. Die OMV-Aktie kann da nur bedingt mithalten. Zwar klettert der Kurs am Freitag leicht ins Plus. Der breite Markt zieht aber deutlich schneller davon. Die Rohstoffmärkte erklären diese Zurückhaltung.
Am Freitag schloss das Papier bei 58,90 Euro. Das entspricht einem Tagesgewinn von 1,55 Prozent. Der österreichische Leitindex ATX legte parallel dazu um fast zweieinhalb Prozent zu.
Der Preis für Brent-Öl fiel auf Wochensicht um über sechs Prozent. Ein Barrel kostet aktuell rund 87 US-Dollar. Entspannte geopolitische Lagen drücken die Notierungen.
Langfristig steht OMV solide da. Seit Jahresbeginn verbucht die Aktie ein starkes Plus von 21,74 Prozent. Auf Wochensicht trübt jedoch ein Minus von gut acht Prozent das Bild.
Nachwehen aus dem ersten Quartal
Die Abhängigkeit vom Ölpreis zeigte sich bereits im jüngsten Quartalsbericht. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis sank um zwölf Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Besonders das Energiegeschäft schwächelte deutlich.
Hinzu kamen operative Probleme. Gestörte Rohölflüsse drückten die Margen. Die Folge: Einmalige Hedging-Verluste von rund 100 Millionen Euro im Kraftstoff-Segment. Das Management betonte diese geopolitischen Lieferketteneffekte ausdrücklich.
Günstige Bewertung stützt den Kurs
Trotz der operativen Dellen lockt die fundamentale Bewertung. Analysten erwarten für das aktuelle Geschäftsjahr ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp sieben. Damit ist OMV der günstigste Wert im gesamten ATX. Obendrein winken hier die höchsten Dividendenrenditen des Index.
Charttechnisch sucht das Papier seine Richtung. Der Kurs notiert knapp unter der 50-Tage-Linie von 60,61 Euro. Den wichtigen 200-Tage-Durchschnitt bei 52,61 Euro verteidigen die Käufer hingegen souverän.
Die OMV-Aktie hängt direkt am Tropf der globalen Energiemärkte. Klettern die Ölpreise wieder, dürfte das Papier schnell zum breiten Markt aufschließen. Bleibt Rohöl günstig, rückt die robuste Dividende als Halteargument in den Fokus. Die Marke von 60 Euro bildet nun den nächsten wichtigen Widerstand.
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