Die Wiener OMV kann am heutigen Donnerstag auf eine erfolgreiche Expansion in Südosteuropa blicken. Anlass ist das 25-jährige Börsenjubiläum der rumänischen Tochtergesellschaft OMV Petrom an der Bukarester Börse.

Seit dem Listing im Jahr 2001 hat sich das Unternehmen zu einer tragenden Säule des Konzerns entwickelt. Während die Muttergesellschaft OMV eine Mehrheitsbeteiligung von 51,2 % hält, unterstreichen die langfristigen Renditezahlen die Bedeutung dieser Beteiligung für die Aktionäre in Wien.

Ein Vierteljahrhundert Wertsteigerung in Rumänien

Die Entwicklung der OMV Petrom seit der Erstnotiz gilt am Markt als außergewöhnlich. Die Marktkapitalisierung der Tochtergesellschaft stieg von rund 1,6 Milliarden RON am Ende des Jahres 2001 auf zirka 74 Milliarden RON im August des laufenden Jahres.

Für Anleger der ersten Stunde resultiert daraus eine Gesamtrendite von mehr als 5.000 %. Laut Christina Verchere, CEO von OMV Petrom, wurden in diesem Zeitraum über 21 Milliarden Euro investiert, während gleichzeitig Steuern und Dividenden von mehr als 48 Milliarden Euro an den rumänischen Staat und die Aktionäre flossen.

Das Unternehmen nimmt heute eine Schlüsselrolle im rumänischen Leitindex BET ein, in dem es eine Gewichtung von 16,04 % aufweist. Neben der OMV als Hauptaktionär bleibt der rumänische Staat mit 20,7 % ein bedeutender Partner.

Die Stabilität dieser Struktur bildete die Basis für umfangreiche Investitionen in die Energieinfrastruktur des Landes. Allein für das Jahr 2026 ist ein Investitionsprogramm von 9,4 Milliarden Lei vorgesehen, wovon der Großteil in die Erschließung neuer Ressourcen fließt.

Neptun Deep als strategischer Wachstumsmotor

Im Zentrum der künftigen Strategie steht das Projekt Neptun Deep im Schwarzen Meer. Es gilt als derzeit größtes Erdgasvorhaben innerhalb der Europäischen Union. OMV Petrom treibt die Entwicklung gemeinsam mit dem Partner Romgaz voran, um Rumänien zum größten Erdgasproduzenten der EU zu machen. Der Produktionsstart ist für das Jahr 2027 geplant.

Dieses Projekt ist nicht nur für die Energieunabhängigkeit Rumäniens von Bedeutung, sondern sichert auch der Wiener Muttergesellschaft langfristige Förderkapazitäten. Nach Schätzungen lokaler Behörden könnte Neptun Deep dem rumänischen Staatshaushalt über die gesamte Laufzeit Einnahmen von rund 20 Milliarden Euro einbringen.

Für die OMV bedeutet der Fortschritt bei diesem Großprojekt eine wichtige Absicherung ihrer langfristigen Förderstrategie in Europa, während die konventionelle Produktion in anderen Regionen zurückgeht.

OMV-Aktie hält Kursniveau nahe Jahreshoch

An der Börse wird die operative Stärke und die Perspektive durch das Gasprojekt Neptun Deep honoriert. Die Aktie der OMV notiert aktuell bei 69,20 € und zeigt sich damit weitgehend unbeeindruckt von kleineren Schwankungen im Sektor. Das Papier befindet sich in einem langfristigen Aufwärtstrend und konnte seit Jahresbeginn bereits um 46 % zulegen.

Am gestrigen Mittwoch erreichte der Titel mit 70,35 € ein neues 52-Wochen-Hoch. Damit bewegt sich der Kurs deutlich über dem Niveau des Vorjahres, als das Papier im Oktober bei 42,90 € sein Jahrestief markiert hatte.

Der aktuelle Abstand zum jüngsten Hoch beträgt lediglich 1,6 %, was die positive Dynamik der vergangenen Wochen unterstreicht. Die Anleger blicken nun auf die Umsetzung der weiteren Investitionsschritte in Rumänien, die das Fundament für die Dividendenfähigkeit des Gesamtkonzerns in den kommenden Jahren festigen sollen.