Klimaaktivisten, ein mahnendes Abschiedswort und eine Dividendenentscheidung: Die OMV-Hauptversammlung vom 27. Mai in Wien hatte einiges zu bieten. Im Zentrum stand dabei weniger der Lärm im Saal als die nüchterne Warnung des scheidenden Konzernchefs.
Stern schlägt Alarm bei Gasspeichern
Alfred Stern nutzte seinen letzten Auftritt vor den Aktionären für eine klare Botschaft: Europa steht vor einem schwierigen Sommer. Die kurzfristige Gasversorgung sei zwar gesichert, die eigentliche Herausforderung liege jedoch in den Speicherfüllständen für die kommenden Monate. Weltweit eingeschränkte LNG-Verfügbarkeit — verschärft durch den Iran-Konflikt — erschwere die Befüllung erheblich.
Staatliche Eingriffe wie Sondersteuern oder Preisdeckel seien dabei kontraproduktiv, so Stern. Sie verschärften die Knappheit, statt zusätzliche europäische Energieproduktion anzureizen. Die OMV selbst habe seit Ende 2024 erstmals seit über 60 Jahren keine Abhängigkeit mehr von russischem Gas.
Aktivisten, Abstimmungen, Abschlussprüfer
Der Ablauf der Versammlung geriet zeitweise ins Stocken. Klimaaktivisten störten die Sitzung mehrfach durch koordinierte Gesangseinlagen, Aufsichtsratschef Lutz Feldmann musste sie mehrfach unterbrechen. Nach vergeblichen Ermahnungen ließ er die Protestierenden vom Ordnungsdienst entfernen.
Bei den Personalentscheidungen gab es wenig Spannung. Edith Hlawati und Patrick Lammers wurden mit 91,6 und 94,5 Prozent erneut in den Aufsichtsrat gewählt. Neu hinzu kamen Andreas Klauser und Ahmed El-Hoshy, beide mit Zustimmungsquoten von knapp 99 Prozent. KPMG Austria übernimmt die Abschlussprüfung für 2026.
Eine neue Vergütungspolitik für den Vorstand passierte die Hauptversammlung mit 97,1 Prozent Zustimmung. OMV will damit Leistung und Bezahlung enger verknüpfen und die Transparenz erhöhen.
Dividende: 4,40 Euro, Auszahlung am 11. Juni
Die Aktionäre beschlossen eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 — aufgeteilt in 3,15 Euro reguläre Dividende und 1,25 Euro Sonderdividende. Auszahlung erfolgt am 11. Juni 2026. Wer die Zahlung erhalten möchte, muss die Aktie vor dem Ex-Dividenden-Tag am 8. Juni im Depot halten.
Sterns Nachfolgerin Emma Delaney, bislang bei BP, übernimmt das Ruder im September. In einer Grußbotschaft verwies sie auf ihre Erfahrung mit tiefgreifenden Transformationen — mehr ließ sie nicht verlauten.
Die OMV-Aktie notiert aktuell bei 61,70 Euro, ein leichtes Plus von 0,33 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn hat der Kurs rund 27,5 Prozent zugelegt. Den nächsten operativen Einblick liefert OMV am 31. Juli 2026 mit dem Quartalsbericht.
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