Die Aktie von Onco-Innovations fällt am Montag um 3,73 Prozent auf 0,41 Euro. Der Kurs liegt damit 68 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,29 Euro aus dem Juli 2025. Anleger bewerten gerade, wie viel eine unverbindliche Absichtserklärung mit einem chinesischen Partner tatsächlich wert ist.

Absichtserklärung mit Nanruan

Onco-Innovations hat eine sogenannte Letter of Intent mit dem Unternehmen Nanruan unterschrieben. Ziel ist der Aufbau des CMC-Rahmens für ONC010. Das ist der Wirkstoffkandidat, auf den Onco-Innovations seine gesamte klinische Strategie aufbaut.

CMC steht für Chemistry, Manufacturing and Controls. Es geht um die Frage, wie ein Wirkstoff sauber und reproduzierbar hergestellt werden kann. Ohne funktionierendes CMC-Konzept gibt es keine Zulassung für klinische Studien.

Das Problem: Die Vereinbarung mit Nanruan ist nicht bindend. Der Markt wartet nun darauf, ob daraus ein fester Vertrag wird. Genau diese Unsicherheit dürfte zur jüngsten Kursvolatilität beigetragen haben.

Fortschritte in der Produktion, aber noch kein Patient behandelt

Technisch hat Onco-Innovations zuletzt einiges vorzuweisen. Das Unternehmen produzierte eine 300-Gramm-Chargen des Wirkstoffs ONC010. Zusammen mit Dalton Pharma Services lief außerdem ein Programm für analytische Referenzstandards.

Am 13. Juli 2026 kam eine weitere Meldung hinzu: Onco-Innovations hat die Kilogramm-Skala für den B4-Vorläuferstoff erreicht. Dieser Baustein ist zentral für die weitere Herstellung von ONC010.

Diese Fortschritte klingen solide. Sie ändern aber nichts an der Grundtatsache: ONC010 befindet sich weiterhin in der präklinischen Phase. Es gibt bislang keine Daten von Patienten. Die Einreichung eines IND-Antrags, der den Übergang in Phase-1-Studien ermöglichen würde, steht noch aus.

Kurscharts zeigen anhaltenden Abwärtstrend

Der 30-Tage-Rückgang liegt bei 12,11 Prozent, auf Jahressicht bei 52,20 Prozent. Binnen zwölf Monaten hat die Aktie fast zwei Drittel ihres Werts verloren, ein Minus von 64,96 Prozent. Der Kurs notiert derzeit 24,43 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,55 Euro und sogar 39,36 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,68 Euro.

Der RSI-Wert von 39,1 signalisiert keine akute Überverkauft-Situation, deutet aber auf anhaltenden Verkaufsdruck hin. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von über 84 Prozent bleibt die Aktie extrem schwankungsanfällig. Bei einer Marktkapitalisierung zwischen 40 und 50 Millionen Dollar und rund 59 Millionen ausstehenden Aktien zählt Onco-Innovations klar zu den Mikro-Caps. Die Jahresumsätze liegen bei etwa 100.000 Dollar, ein Wert, der die Abhängigkeit von künftigen Finanzierungsrunden und Partnerschaften unterstreicht.

Der nächste wichtige Schritt für Onco-Innovations ist die Umwandlung der Nanruan-Vereinbarung in einen bindenden Vertrag. Erst danach dürfte sich abzeichnen, wann ONC010 tatsächlich in die klinische Testphase am Menschen eintreten kann.