Abwehrsystem für Bombardier Global 7500 zertifiziert

Ondas baut sein Portfolio in der militärischen Luftfahrttechnik weiter aus. Wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab, wurden die Installation und die EASA-Zertifizierung des konzerneigenen Airborne Missile Protection System mit DIRCM an Bord eines Geschäftsreiseflugzeugs vom Typ Bombardier Global 7500 erfolgreich abgeschlossen.

Mit dem Abschluss des Zulassungsverfahrens durch die europäische Luftfahrtbehörde EASA erweitert der Konzern sein kommerziell verfügbares Spektrum an zertifizierten Systemen zur bordgestützten Raketenabwehr.

Die Technologie soll Luftfahrzeuge vor Lenkflugkörpern schützen, indem gerichtete Infrarot-Gegenmaßnahmen eingesetzt werden. Für Ondas stellt die Zulassung auf dem Großkabinenjet einen wichtigen Schritt dar, um hochentwickelte Verteidigungselektronik auf weiteren Plattformen im zivilen und militärischen Sektor zu etablieren.

Hoher Auftragseingang im Rüstungssegment

Die technische Zertifizierung folgt auf eine Phase deutlicher operativer Auftragseingänge. Das Unternehmen sicherte sich zwischen der zweiten Augusthälfte und dem 1. Oktober Neuaufträge im Volumen von mehr als 165 Millionen $. Damit summiert sich der Gesamtwert der seit dem 30. Juni gemeldeten Bestellungen auf mehr als 270 Millionen $.

Zu diesem Auftragspolster trug unter anderem ein am 5. Oktober angekündigter Vertrag bei. Diese Vereinbarung umfasst ein Volumen von 56 Millionen $ für die Lieferung elektronischer Sicherungs- und Schärfeinrichtungen, sogenannter Electronic Safe & Arm Devices, die in einem europäischen Programm für Loitering-Munition eingesetzt werden sollen.

Die Nachfrage nach Lenkwaffentechnik und Schutzausrüstung für Luft- und Bodenanwendungen bleibt ein zentraler Treiber für das operative Geschäft des Konzerns.

Belastungsfaktoren dämpfen den Börsenkurs

Trotz der Fortschritte bei Zulassungen und Auftragseingängen stand der Anteilsschein zuletzt unter Verkaufsdruck. Am Freitag gab die Aktie um 5,0 Prozent nach und schloss bei 5,38 Euro. Damit liegt der Titel gut 59 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 13,02 Euro, das zu Jahresbeginn markiert worden war.

Medienberichten zufolge führten Marktunsicherheiten bezüglich des neu formierten Gemeinschaftsprojekts Regna AI zu dieser Kursschwäche. Ondas hatte das Vorhaben gemeinsam mit Palantir Technologies ins Leben gerufen, um spezialisierte KI-Modelle für den Verteidigungssektor sowie für staatliche und industrielle Kunden bereitzustellen.

Palantir liefert dafür die Infrastruktur für das Modelltraining und personelle Unterstützung bei der technischen Umsetzung. Die Einheit befindet sich anfangs vollständig im Besitz von Ondas, wobei der Konzern selbst zugleich als erster Kunde fungiert.

Allerdings stieß am Markt auf Skepsis, dass bei der Ankündigung weder konkrete Vertragskonditionen noch Umsatzzusagen oder externe Kunden jenseits von Ondas genannt wurden. Während das traditionelle Rüstungsgeschäft wächst, warten Investoren bei den neuen Technologieinitiativen vorerst auf greifbare Ertragsnachweise.