Die weltweite Nachfrage nach Rohöl verliert spürbar an Schwung. Das Ölkartell OPEC rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Nachfrageplus von 200.000 Barrel pro Tag. Zuvor war die Organisation für 2026 noch von durchschnittlich 580.000 Barrel täglich ausgegangen. Vor allem in den USA kühlt der Verbrauch spürbar ab.
Bis zum Jahresende dürfte der weltweite Rohölbedarf nach Einschätzung des Kartells bei durchschnittlich 107,7 Millionen Barrel pro Tag liegen. Für das kommende Jahr stellt die Organisation wieder eine deutlich dynamischere Entwicklung in Aussicht, bei der die globale Nachfrage ein Niveau von 110,0 Millionen Barrel täglich erreichen soll.
Hohe Preise trotz schwächerer Nachfrage
Die Drosselung der Erwartungen fällt in eine Phase angespannter Märkte. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent zur Lieferung im Dezember hielt sich zuletzt über der Marke von 104 Dollar je Barrel. Seit Beginn des Jahres hat sich Rohöl damit um mehr als 70 Prozent verteuert.
Verantwortlich für das hohe Preisniveau sind anhaltende geopolitische Konflikte. Seit Monaten belasten die Folgen des Kriegs im Iran und Behinderungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus den weltweiten Transport.
Förderpolitik bleibt unverändert
Das Angebot bleibt derweil begrenzt. Der Förderverbund OPEC+, zu dem neben den Kartellmitgliedern auch Staaten wie Russland gehören, beließ die Fördermenge zu Beginn des Monats unverändert. Die Mitglieder des Kernkartells pumpten im September durchschnittlich 25,097 Millionen Barrel Rohöl pro Tag aus dem Boden.
Indes zeigt sich bei den russischen Lieferungen eine Stabilisierung. Russland förderte im September durchschnittlich 8,643 Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht zwar einem Rückgang um 38.000 Barrel täglich im Vergleich zum Vormonat, doch die Talfahrt hat sich verlangsamt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern exportiert das Land wieder größere Mengen über den Seeweg.
Die Förderländer halten ihr Angebot knapp, während die Konjunktur in Schlüsselmärkten wie den USA die Nachfrage dämpft. Mit der Beibehaltung der Förderquoten stützt das Bündnis das Preisniveau ab, riskiert bei einer anhaltenden Konsumflaute jedoch zusätzlichen Druck auf die Verbrauchsseite.


