Orange setzt nach den Zahlen zum dritten Quartal 2026 auf stärkeres Ergebniswachstum. Rückenwind liefern vor allem Afrika und der Nahe Osten. Die DZ Bank senkte gestern dennoch ihren fairen Wert von 22 auf 19 Euro. Ihre Kaufempfehlung bestätigte sie. Für Anleger stehen damit eine verbesserte operative Perspektive und eine vorsichtigere Bewertung nebeneinander.
Höhere Prognose nach Ergebniszuwachs
Orange erhöhte das Ziel für das EBITDAaL-Wachstum 2026 auf mehr als 4,5 Prozent. Zuvor hatte der Konzern mehr als 4,0 Prozent angepeilt. Damit legt das Unternehmen die Messlatte für das Gesamtjahr höher.
Die Quartalsentwicklung stützt diesen Schritt: Der Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 12,20 Milliarden Euro. Das EBITDAaL erreichte 4,10 Milliarden Euro.
Entscheidend ist dabei nicht allein das Umsatzplus. Das Ergebnis wuchs schneller als die Erlöse. Zugleich verbesserte sich der operative Mittelzufluss. Die höhere Prognose wird damit durch Fortschritte bei mehreren Kennzahlen gestützt.
Das EBITDAaL legte im dritten Quartal um 4,6 Prozent zu. Der operative Cashflow stieg in den ersten neun Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,8 Prozent.
Afrika trägt den größten Wachstumsbeitrag
Die regionale Verteilung zeigt allerdings eine deutliche Konzentration. Afrika und der Nahe Osten sind nicht nur ein zusätzlicher Wachstumstreiber. Sie liefern den überwiegenden Teil des vergleichbaren Umsatzwachstums im Konzern.
Laut La Tribune entfielen in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 76 Prozent dieses Zuwachses auf die Region. Im dritten Quartal stiegen die dortigen Erlöse auf vergleichbarer Basis um 14,2 Prozent.
Dahinter stehen vor allem mobile Datennutzung und Geschäftskundendienste. Orange profitiert in der Region sowohl von einer wachsenden Kundenzahl als auch von höheren Erlösen je Mobilfunkkunde. Das verbreitert die operative Grundlage des Wachstums.
Der Umsatz mit mobilen Daten nahm im dritten Quartal um 20,2 Prozent zu. Das Geschäft mit Unternehmenskunden wuchs um 23,1 Prozent. Der Umsatz je Mobilfunkkunde erhöhte sich um 7,5 Prozent.
Nicht alle Angebote beschleunigten jedoch gleichermaßen. Bei Orange Money verlangsamte sich das Umsatzwachstum gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal. Die starke regionale Gesamtentwicklung bedeutet somit keine durchgängige Beschleunigung sämtlicher Dienste.
Kaufempfehlung mit niedrigerem Wertansatz
Die DZ Bank hält trotz der gesenkten Bewertung an ihrer positiven Anlageeinschätzung fest. Der niedrigere faire Wert ist deshalb von einer Herabstufung der Empfehlung zu unterscheiden. Er zeigt aber, dass bessere Geschäftszahlen nicht automatisch einen höheren Bewertungsansatz nach sich ziehen.
Zum gestrigen Handelsschluss kostete die Aktie 14,49 € und lag damit unter dem neuen fairen Wert der DZ Bank.
Für die weitere Einordnung zählen nun vor allem die Umsetzung der erhöhten Ergebnisprognose und die Tragfähigkeit des regionalen Wachstums. Die Veröffentlichung des Jahresergebnisses 2026 ist für den 18.02.2027 geplant. Dann lässt sich prüfen, ob Orange den höheren eigenen Anspruch erfüllt hat.
Stand heute, 31. Oktober: Orange – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Orange investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 31. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

