Ørsted Aktie: Bewertungsrätsel

Die Bewertung des Windkraftpioniers Ørsted bleibt umstritten. Während konservative Modelle eine Überbewertung sehen, deuten Wachstumsprognosen auf ein Aufwärtspotenzial hin.

Orsted Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie legt seit Jahresbeginn deutlich zu
  • Diskrepanz zwischen konservativen und Wachstumsmodellen
  • Fortschritte bei US-Projekt Revolution Wind
  • Vergangenheit durch Abschreibungen belastet

Die Aktie von Ørsted hat seit Jahresbeginn rund 16 Prozent zugelegt – und trotzdem sind sich Finanzmodelle und Marktbeobachter uneinig, was das Unternehmen tatsächlich wert ist. Der Grund: Kurzfristige Fortschritte bei US-Offshore-Projekten treffen auf eine lange Geschichte von Abschreibungen und regulatorischen Rückschlägen.

Zwei Modelle, zwei Welten

Die Bewertungsanalysen liefern derzeit ein ungewöhnlich breites Spektrum. Ein konservatives Modell, das Projektrisiken und regulatorische Hürden stärker gewichtet, kommt auf einen fairen Wert von 96,02 dänischen Kronen – deutlich unter dem aktuellen Kurs von rund 149 Kronen. Das würde bedeuten: Die Aktie ist erheblich überbewertet.

Discounted-Cashflow-Modelle zeichnen ein gegensätzliches Bild. Sie ermitteln einen inneren Wert von 173,88 Kronen – was den aktuellen Kurs als rund 14 Prozent unterbewertet erscheinen lässt. Diese Diskrepanz ist kein Rechenfehler, sondern spiegelt grundlegend unterschiedliche Annahmen über die Zukunft der Offshore-Windbranche wider.

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Revolution Wind als Anker

Die optimistischeren Bewertungen stützen sich wesentlich auf das 704-Megawatt-Projekt Revolution Wind, das Ørsted gemeinsam mit Skyborn Renewables betreibt. Das Projekt liefert bereits Strom ins New-England-Netz und läuft auf Basis von 20-jährigen Festpreisverträgen mit Versorgern in Rhode Island und Connecticut. Solche langfristigen Abnahmeverträge sind das Fundament, auf dem Wachstumsmodelle ihre Cashflow-Prognosen aufbauen.

Aktuell ist das Projekt zu 93 Prozent fertiggestellt. Die volle Kapazität soll in der zweiten Jahreshälfte 2025 erreicht werden.

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Abschreibungen belasten das Bild

Auf der anderen Seite stehen konkrete Verluste aus der jüngeren Vergangenheit. Bundesbehördliche Aussetzungsanordnungen in den USA zwangen Ørsted zu Projektabschreibungen von 76,9 Millionen Dollar im dritten Quartal 2025 sowie weiteren 10 Millionen Dollar im vierten Quartal. Zwar blieb das Unternehmen insgesamt profitabel – unter anderem durch Regulierungsanpassungen und Veräußerungserlöse – doch diese Zahlen erklären, warum konservative Modelle skeptisch bleiben.

Hinzu kommt der längerfristige Kursverlauf: Trotz der jüngsten Erholung liegt die Aktie auf Jahressicht noch immer rund 18 Prozent im Minus. Die Kurzfrist-Dynamik und die Mehrjahres-Bilanz zeigen damit in entgegengesetzte Richtungen – ein Spannungsfeld, das die Bewertungsdebatte vorerst offen hält.

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