Dänemarks Parlamentswahl am 24. März rückt eine seit Jahren schwelende Frage wieder in den Vordergrund: Was soll mit dem staatlichen 50,1-Prozent-Anteil an Ørsted geschehen? Während das Unternehmen operativ klar auf Erholungskurs ist, sorgt die Eigentümerdebatte für politische Unsicherheit rund um die Aktie.
Wahlkampf als Kurstreiber
Vier Parteien des dänischen politischen Rechtsblocks fordern laut Finans einen Ausstiegsplan für die staatliche Mehrheitsbeteiligung nach der Wahl. Eine fünfte Partei, die Liberalen als Teil der Regierungskoalition, signalisierte, die Idee nicht blockieren zu wollen. Zusammen kontrollieren diese fünf Parteien rund 40 Prozent der Parlamentssitze.
Einzelne Vertreter haben zudem vorgeschlagen, strategisch wichtige Ørsted-Assets – also jene Teile, die für die nationale Energieinfrastruktur als unverzichtbar gelten – vor einem möglichen Verkauf auszugliedern und beim Staat zu belassen. Das würde eine Transaktion erheblich komplizieren.
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Allerdings: Die Chancen, dass dieser Plan tatsächlich umgesetzt wird, sind begrenzt. Laut einer aktuellen Umfrage des öffentlichen Rundfunks DR kämen die fünf rechten Parteien gemeinsam auf 74 der 179 Parlamentssitze – weit entfernt von einer Mehrheit. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen rief die Neuwahl nach einem Stimmungsschub infolge ihrer Haltung gegenüber US-amerikanischen Annexionsinteressen an Grönland aus. Die Umfragen deuten derzeit auf ein linksgerichtetes Regierungsbündnis hin, das sich für einen Ørsted-Verkauf nicht ausgesprochen hat.
Solide Zahlen als Fundament
Jenseits der politischen Debatte hat Ørsted das Jahr 2025 operativ deutlich besser abgeschlossen, als der turbulente Jahresbeginn erwarten ließ. Das EBITDA (bereinigt um neue Partnerschaftsvereinbarungen und Stornogebühren) belief sich auf 25,1 Milliarden Dänische Kronen – innerhalb der kommunizierten Spanne von 24 bis 27 Milliarden. Der Jahresnettogewinn lag bei 3,2 Milliarden Dänischen Kronen.
Das Offshore-Wind-Segment übertraf laut Jefferies die Erwartungen um rund vier Prozent. Rückenwind gaben dabei niedrigere Entwicklungskosten und eine bessere Performance der Windparks, teilweise ausgeglichen durch negative Beiträge aus Bauverträgen. Trotz schwächerer Windgeschwindigkeiten gelang es Ørsted, stabile Erträge zu erzielen – dank höherer Turbinenverfügbarkeit und Entschädigungszahlungen für Verzögerungen bei der Netzanbindung in Deutschland.
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Das Devestitionsprogramm für 2025 und 2026 wurde früher als geplant und mit höheren Erlösen als erwartet abgeschlossen. Den Abschluss bildete der Verkauf des gesamten europäischen Onshore-Geschäfts an Copenhagen Infrastructure Partners für 1,44 Milliarden Euro (rund 10,7 Milliarden Dänische Kronen), der im zweiten Quartal 2026 erwartet wird. Die Gesamterlöse aus Vermögensverkäufen 2025 und 2026 belaufen sich auf rund 46 Milliarden Dänische Kronen – deutlich über dem ursprünglichen Ziel von mehr als 35 Milliarden.
Ausblick: Wahl vor Quartalszahlen
Für 2026 stellt Ørsted ein EBITDA von mehr als 28 Milliarden Dänischen Kronen in Aussicht. Die geplanten Bruttoinvestitionen liegen bei 50 bis 55 Milliarden Dänischen Kronen. Berenberg hob das Kursziel für die Ørsted-Aktie Ende Februar von 140 auf 180 Dänische Kronen an und bekräftigte seine Kaufempfehlung – als Begründung nannte die Bank eine vorsichtige Wiederaufnahme langfristiger Wachstumsplanung nach monatelanger Volatilität.
Die nächsten Quartalszahlen folgen am 6. Mai 2026. Bis dahin dürfte weniger das operative Geschäft die Kursdynamik bestimmen als die Wahl am 24. März und die anschließende Koalitionsbildung.
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