Oxford Square Capital geht angeschlagen in die neue Handelswoche. Der Freitags-Schluss bei 1,10 Euro nach einem Tagesminus von 7,17 Prozent setzt den Ton: Die Aktie bleibt tief im Abwärtstrend, während US-Inflationsdaten die Stimmung für Kreditwerte neu sortieren könnten.
Die Gesellschaft ist als Business Development Company und über CLO-Engagements eng mit dem Hochzins- und Kreditmarkt verbunden. Genau dort schlagen Zinsängste, Finanzierungskosten und schwankende Risikobereitschaft besonders schnell auf die Bewertung durch.
Der Trend bleibt brüchig
Auf Monatssicht hat die Aktie 32,10 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 26,08 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sind es 44,94 Prozent. Das ist kein normaler Rücksetzer mehr, sondern ein massiver Vertrauensverlust.
Technisch bleibt das Bild schwach. Der Kurs liegt 24,14 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,45 Euro. Eine schnelle Stabilisierung müsste also erst gegen einen klar fallenden Trend anarbeiten.
Die längerfristige Linie bestätigt den Druck. Der 200-Tage-Durchschnitt verläuft bei 1,56 Euro, der Abstand beträgt 29,42 Prozent. Das macht jede Erholung zunächst anfällig für Gewinnmitnahmen.
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Der RSI von 30,2 signalisiert zwar eine technisch überverkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität der vergangenen Handelswochen liegt aber bei 68,08 Prozent und zeigt, wie heftig die Ausschläge bereits waren.
Inflationsdaten bestimmen den Takt
Der nächste Impuls kommt weniger aus dem Unternehmen selbst als aus dem US-Makrokalender. Der Verbraucherpreisindex für Mai wird am 10. Juni 2026 um 8:30 Uhr Ostküstenzeit veröffentlicht.
Einen Tag später folgt der Erzeugerpreisindex. Auch diese Daten stehen für 8:30 Uhr Ostküstenzeit an. Für Kreditwerte ist das relevant, weil Inflationserwartungen direkt auf Zinsspekulationen, Refinanzierungskosten und Risikoappetit wirken.
Oxford Square Capital hängt damit kurzfristig an der Frage, ob der Markt wieder mehr Vertrauen in einkommensorientierte Kreditwerte fasst. Ein freundlicheres Zinsbild könnte helfen. Hartnäckige Inflationssignale würden den Druck auf gehebelte Kreditbewertungen eher verlängern.
Quartalszahlen belasten weiter
Der jüngste Geschäftsbericht bleibt der zentrale Hintergrund für den Ausverkauf. Der Nettoinventarwert je Aktie sank im ersten Quartal auf 1,32 Dollar, nach 1,69 Dollar im Vorquartal. Für ein auf Ausschüttungen ausgerichtetes Papier ist das ein empfindlicher Punkt.
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Auch die Ertragsseite wurde schwächer. Das Nettoanlageergebnis lag bei rund 4,1 Millionen Dollar, entsprechend 0,05 Dollar je Aktie.
Im Vorquartal hatte Oxford Square Capital noch rund 5,4 Millionen Dollar erzielt, beziehungsweise 0,07 Dollar je Aktie. Der Rückgang passt zum schwächeren Bild im Portfolio.
Die gesamten Anlageerträge sanken auf rund 8,9 Millionen Dollar, nach etwa 10,4 Millionen Dollar zuvor. Aus dem operativen Geschäft ergab sich zudem ein Rückgang des Nettovermögens um rund 25,5 Millionen Dollar.
Darin enthalten waren realisierte Nettoverluste von rund 30,7 Millionen Dollar. Dem stand eine unrealisierte Wertaufholung von rund 1,1 Millionen Dollar gegenüber. Der Markt dürfte deshalb weiter genau prüfen, ob die Ausschüttung den Bewertungsdruck ausreichend abfedert.
Die monatliche Dividende bleibt sichtbar. Für Juni ist eine Ausschüttung von 0,0350 Dollar je Stammaktie aufgeführt, für die Folgemonate ebenfalls jeweils 0,0350 Dollar. Für das laufende Jahr summieren sich die gelisteten Zahlungen auf 0,4200 Dollar.
In der neuen Woche liegen die Marken klar: Unter 0,89 Euro rückt das Jahrestief wieder näher, oberhalb von 1,45 Euro käme erstmals spürbare Entlastung in den Trend. Bis dahin bleibt Oxford Square Capital vor allem ein Gradmesser für die Stimmung am US-Kreditmarkt.
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