Ein breit angelegter Kursrutsch im Technologiesektor hat am Freitag auch die Aktie von Palantir erfasst. Das Papier verlor am letzten Handelstag der Woche 7,4 Prozent auf einen Schlusskurs von 165,52 Euro.
Händler und Marktbeobachter verwiesen auf wachsende Sorgen an der Wall Street über die Tragfähigkeit und Dauer der weltweiten Investitionswelle in Künstliche Intelligenz. Neben Palantir gerieten zahlreiche Softwareanbieter unter Abgabedruck, während der Nasdaq-Index um 2,1 Prozent nachgab. Ein unternehmensspezifischer Auslöser lag dem Kursrückgang nicht zugrunde.
Branchenweites Misstrauen belastet Softwarewerte
Die Skepsis richtete sich vor allem gegen die hohen Ausgaben für den Ausbau der KI-Infrastruktur. Nach den vorangegangenen Kursanstiegen im Technologiesektor hinterfragten Marktteilnehmer zunehmend, wie lange der Boom anhalten kann. Bei Palantir vergrößerte sich durch den jüngsten Rücksetzer der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf ein Minus von 13 Prozent.
Fundamentalseitig gab es in derselben Woche positive Signale für das Softwarehaus. Analyst Gregg Moskowitz von Mizuho hob am Donnerstag das Kursziel für Palantir von 215 $ auf 245 $ an und behielt seine Einstufung mit „Outperform“ bei. Als Begründung führte das Analysehaus solide Vor-Ort-Erhebungen für das dritte Quartal, starke Verbrauchs- und Cloud-Daten sowie eine ungebrochen dynamische Einführung von KI-Lösungen an.
Behördenkontrakte und rechtliche Einigung in Europa
Auch auf europäischer Ebene behauptet das Unternehmen seine Marktposition. Medienberichten zufolge unterhalten mindestens elf europäische Staaten Verträge mit dem Softwarekonzern. Das öffentlich bekannte Vertragsvolumen in Europa und Großbritannien beläuft sich demnach auf zusammen mehr als 1,4 Milliarden Euro.
Zudem erzielte das Unternehmen am Mittwoch eine Einigung in London. Palantir und die Polizeibehörde Mayor’s Office for Policing and Crime (MOPAC) legten ihren Rechtsstreit über einen zuvor blockierten, auf zwei Jahre angelegten KI-Vertrag für die Metropolitan Police bei. Beide Parteien zogen ihre Vorwürfe zurück. Palantir verbleibt damit im laufenden Vergabeverfahren für den Großauftrag, über den im kommenden Frühjahr entschieden werden soll.
Bereits am 8. Oktober veräußerte Palantirs Chief Revenue Officer und Chief Legal Officer, Ryan D. Taylor, 18.000 Class-A-Aktien im Rahmen eines bestehenden Handelsplans nach Rule 10b5-1.
Geschäftszahlen Anfang November erwartet
Klarheit über die operative Verfassung dürfte der anstehende Quartalsbericht bringen. Palantir wird die Resultate für das zum 30. September beendete dritte Quartal 2026 am 2. November nach dem US-Börsenschluss vorlegen. Im Anschluss an die Zahlenveröffentlichung plant das Management eine Erläuterung der Finanzkennzahlen in einer Webübertragung.
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