Die Aktie der Pandion AG legt am heutigen Donnerstag um 8,0 Prozent zu und notiert bei 4,75 Euro. Eine neue Unternehmensmeldung, die diesen Sprung erklären würde, liegt nicht vor. Der Kursausschlag fällt in eine Phase, in der Anleger auf Informationen aus einem Investoren-Call warten, der am Dienstag angesetzt war – Ergebnisse davon sind bislang nicht öffentlich bekannt geworden.

Die fundamentale Lage bleibt angespannt. Vor rund zwei Wochen hatte das Unternehmen die vorläufige Eigenverwaltung auf insgesamt elf Projektgesellschaften ausgeweitet, darunter Vorhaben wie die PANDION Wolframstraße Stuttgart, das Flint Areal und die Prinzessinnenstraße Berlin.

Als Ursache nannte das Unternehmen die angespannte Liquiditätssituation, die sich durch bereits laufende Insolvenzverfahren innerhalb der Gruppe weiter verschärft habe. Das Amtsgericht Köln ordnete daraufhin die vorläufige Eigenverwaltung an und setzte einen vorläufigen Gläubigerausschuss ein, der seither tagt. Seit dieser Ausweitung hat sich die Aktie um 25,7 Prozent verteuert.

Ausfall der Anleihezinsen als Auslöser der Krise

Der eigentliche Auslöser der aktuellen Schieflage liegt bereits einige Wochen zurück: Anfang August teilte Pandion mit, die Zinszahlung auf die Unternehmensanleihe 2021/2028 (ISIN DE000A289YC5, WKN A289YC) werde nicht fristgerecht geleistet. Als Grund nannte das Unternehmen den Rückzug eines Finanzierungsbausteins durch einen finanzierenden Partner, entgegen bisherigen Erwartungen.

Die Anleihe hat ein Emissionsvolumen von 45 Millionen Euro bei einem Zinssatz von 8 Prozent per annum. Kurz darauf, am 10. August, stellte das Unternehmen beim Amtsgericht Köln den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung.

Die Geschäftszahlen aus dem Sommer untermauern das Bild eines Unternehmens unter Druck. Für das Geschäftsjahr 2025 wies Pandion ein vorläufiges Ergebnis vor Ertragsteuern von minus 69 Millionen Euro aus, bei Umsatzerlösen von 846,1 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis von 17,3 Millionen Euro.

Die Diskrepanz zwischen operativem Ergebnis und dem tiefroten Vorsteuerergebnis verweist auf erhebliche außerordentliche Belastungen, wie sie für ein Unternehmen in fortgeschrittener Sanierung typisch sind.

Hohe Schwankungen prägen den Handel

Für Anleger bleibt die Situation von erheblicher Unsicherheit geprägt. Die annualisierte Volatilität der Aktie liegt bei 282 Prozent – ein Wert, der die extreme Nervosität im Handel widerspiegelt und typisch für Titel in einem laufenden Insolvenzverfahren ist. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Kursverlust von 72 Prozent zu Buche, was zeigt, dass der heutige Tagesgewinn den Abwärtstrend der vergangenen Wochen bislang nicht kompensiert.

Ob der aktuelle Kurssprung fundamental begründet ist oder lediglich spekulativer Natur, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Ohne konkrete Informationen aus dem Investoren-Call oder neue Mitteilungen aus dem laufenden Eigenverwaltungsverfahren bleibt der Ausschlag isoliert.

Der vorläufige Gläubigerausschuss hat seine Arbeit aufgenommen, konkrete Ergebnisse zur weiteren Sanierungsstrategie oder zum Umgang mit den elf betroffenen Projektgesellschaften stehen jedoch noch aus. Anleger sollten angesichts der laufenden Insolvenzverfahren und der extrem hohen Schwankungsbreite mit weiterer Volatilität rechnen.