Parlamentswahl in Israel: Hohe Beteiligung bei engem Rennen

Bis zum Mittag stimmten 31,5 Prozent ab; Netanjahus Lager und die Mitte-Partei Jaschar liegen laut Umfragen nahezu gleichauf.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Höchster Zwischenstand seit 1977
  • 31,5 Prozent bis Mittag wählten
  • Netanjahu und Jaschar nahezu gleichauf
  • Koalitionsbildung erhält vier Wochen

Israel wählt ein neues Parlament – und der Andrang an den Urnen bricht historische Marken. Bei der ersten nationalen Abstimmung seit dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 und dem Beginn des Gaza-Kriegs zeichnet sich ein offener Ausgang ab. Die Entscheidung gilt als Richtungsentscheidung für die interne Ausrichtung des Landes, wenngleich Experten an den Grundlinien der Außen- und Palästinenserpolitik kaum grundlegende Brüche erwarten.

Bis zum Mittag gaben 31,5 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme ab. Das markiert den höchsten Zwischenstand bei einer Parlamentswahl seit 1977. Bei der letzten Abstimmung lag die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt um mehr als drei Prozentpunkte niedriger.

Vor zahlreichen Wahllokalen bildeten sich lange Warteschlangen. Rund 70.000 Staatsbürger reisten Medienberichten zufolge eigens aus dem Ausland an, um vor Ort abzustimmen. Insgesamt sind etwa 7,3 Millionen Bürger aufgerufen, über die 120 Sitze der Knesset zu entscheiden.

Enges Kräftemessen um die Regierungsmehrheit

Politisch stehen sich zwei Lager unversöhnlich gegenüber. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kämpft an der Spitze seines rechtskonservativen Lagers um den Verbleib im Amt. Sein wichtigster Herausforderer ist der frühere Militärchef Gadi Eisenkot, der die Mitte-Partei Jaschar anführt. Umfragen sahen beide Seiten vor dem Wahltag nahezu gleichauf.

Insgesamt treten 36 Listen an, von denen voraussichtlich rund ein Drittel die Sperrklausel von 3,25 Prozent überwindet. Um eine handlungsfähige Regierung zu bilden, werden mindestens 61 Mandate benötigt. Angesichts der Zersplitterung des Parteiensystems droht erneut ein politisches Patt, wie es das Land bereits in den vergangenen Wahlzyklen erlebte.

Vier Wochen für die Koalitionsbildung

Die Wahllokale schließen am Dienstagabend um 21.00 Uhr MEZ. Erste Prognosen auf Basis von Nachwahlbefragungen folgen unmittelbar im Anschluss, mit vorläufigen Endergebnissen wird am Donnerstag gerechnet. Nach Verkündung des amtlichen Resultats bleiben dem vom Staatspräsidenten beauftragten Regierungsbildner vier Wochen Zeit, um eine Mehrheitskoalition zu formieren.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.