Ein KI-Projekt in der eigenen Beteiligung sorgt am Montag für Rückenwind bei Partners Group. Der Schweizer Private-Equity-Investor teilte mit, die EBITDA-Marge des US-Versicherungsmaklers Foundation Risk Partners (FRP) um 120 Basispunkte gesteigert zu haben – durch eine Zusammenarbeit mit der Softwarefirma Version 1. Der finanzielle Effekt beläuft sich auf rund 10 Millionen US-Dollar auf EBITDA-Ebene.
KI-Werkzeuge verdoppeln Abschlussraten
Kern des Programms sind zwei agentische KI-Lösungen, die Version 1 für FRP entwickelt hat. Sie verkürzen die Bearbeitungszeit von Versicherungspolicen um 94 Prozent und verdoppeln zugleich die Abschlussraten im Vertrieb. Ein siebenköpfiges Team brachte die erste Anwendung binnen 14 Wochen in den produktiven Einsatz. FRP beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter an 68 Standorten und wurde 2017 gegründet. Sowohl FRP als auch Version 1 kamen 2022 ins Portfolio von Partners Group, beide Unternehmen haben ihren Umsatz seither verdoppelt.
Wolf Scheider, Head of Private Equity bei Partners Group, kommentierte den Vorgang mit den Worten, man habe Synergien im Portfolio genutzt, um einen EBITDA-Uplift von 10 Millionen US-Dollar zu erzielen. Die Meldung reiht sich damit in eine breitere Entwicklung im Private-Equity-Geschäft ein: Laut dem European Value Creation Survey 2026 von Alvarez & Marsal setzen inzwischen 63 Prozent der befragten PE-Investoren KI-Werkzeuge zur Wertsteigerung ein – im Vorjahr waren es erst 41 Prozent. Die Studie, für die 200 Investoren befragt wurden, zeigt zudem, dass operative Profitabilität bei Exits im Jahr 2025 mehr als die Hälfte des Gewinns ausmachte, verglichen mit rund 20 Prozent im Jahr 2023.
Kursreaktion und Bewertung
Der Markt honorierte die Nachricht: Im Heimatmarkt an der SIX zog die Partners-Group-Aktie zeitweise um 3,36 Prozent auf 694,60 Franken an. Im deutschen Handel notiert das Papier aktuell bei 742,00 Euro, ein Plus von 2,37 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Der Erholungsimpuls ändert wenig an der übergeordneten Kursentwicklung: Seit Jahresbeginn steht für die Aktie noch immer ein Minus von 30,07 Prozent zu Buche. Die Nachricht liefert damit einen kurzfristigen Lichtblick in einem insgesamt schwierigen Börsenjahr für den Vermögensverwalter.
Für Anleger bleibt die operative Story im Portfoliogeschäft dennoch relevant, weil sie zeigt, wie Partners Group über den reinen Kapitaleinsatz hinaus versucht, den Wert seiner Beteiligungen aktiv zu steigern – ein Ansatz, der angesichts eines schwierigeren Exit-Umfelds an Bedeutung gewinnt. Laut Alvarez & Marsal ist derzeit weniger als jeder zehnte PE-Investor bereit, Beteiligungen unter Wert zu verkaufen, während Sekundärmarkt-Transaktionen und Continuation Funds ihr Volumen fast verdoppelt haben und inzwischen von 43 Prozent der Investoren genutzt werden.
Weiterer Rückenwind aus dem Portfolio
Parallel zur FRP-Meldung sorgt eine weitere Transaktion für Aufmerksamkeit im Umfeld von Partners Group: Der kanadische Tankstellenbetreiber Alimentation Couche-Tard einigte sich auf die Übernahme der polnischen Handelskette Żabka Group für 32,62 Milliarden Zloty in bar. Aktionäre mit einem Stimmenanteil von 57 Prozent – darunter neben CVC auch Partners Group – haben der Transaktion bereits zugestimmt. Die Angebotsfrist soll ab dem 26. August laufen, der Abschluss wird bis Dezember angepeilt, vorbehaltlich noch ausstehender regulatorischer Genehmigungen.
Auf der Analystenseite bewegt sich das Bild verhalten: Ein aktuelles Rating stuft die Aktie mit Hold ein und nennt ein Kursziel von 680 Schweizer Franken. Die operative Verbesserung bei FRP dürfte daran wenig ändern, liefert aber einen Beleg dafür, dass Partners Group im laufenden Jahr trotz Kursschwäche an der Weiterentwicklung seiner Portfoliounternehmen arbeitet.
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