Eine Grossbank rät zum Ausstieg, ein ganzes Segment gerät unter Druck. Die Partners Group steckt mitten in einer Rücknahmewelle, die ihren Ursprung offenbar bei der UBS hat. Am Mittwoch will das Unternehmen Zahlen liefern, die Klarheit schaffen könnten.

UBS soll Rücknahmewelle ausgelöst haben

Laut der «Neuen Zürcher Zeitung» spielt die UBS eine zentrale Rolle bei der Rücknahmewelle, die inzwischen auch die Partners Group erfasst hat. Die «Financial Times» berichtet: Die Grossbank habe im vergangenen Herbst Kunden mit hohem Engagement bei Private Credit zum Rückzug geraten. Betroffen war zunächst vor allem Blue Owl.

Die Verbindung zwischen den beiden Häusern reicht weit zurück. Die UBS vertreibt als weltgrösster Vermögensverwalter Privatmarktprodukte verschiedener Anbieter. Mit der Partners Group kooperiert sie seit knapp sechs Jahren.

Die aktuelle Krise trifft deshalb nicht nur Blue Owl. Sie strahlt auf das gesamte Segment der halbliquiden Fondsstrukturen aus – und die Partners Group zählt genau dazu.

Die ganze Branche kämpft mit Rücknahmen

Der Auslöser der Verunsicherung liegt tiefer als nur im Verhältnis zur UBS. Viele Anleger wollen ihr Geld aus Private-Equity-Fonds abziehen. Ein Grund: die Sorge, dass Künstliche Intelligenz die Geschäftsmodelle zahlreicher Software-Firmen überflüssig macht, die diese Fonds mitfinanziert haben.

Die Folge: Mehrere grosse Namen mussten Rücknahmen begrenzen. Neben der Partners Group betrifft das auch KKR, BlackRock und Blue Owl.

Die Zuger Gesellschaft handelte bereits Anfang Juni. Sie begrenzte die Rücknahmeanträge bei zwei ihrer Fonds. Im Branchenvergleich zeigt sich ein gemischtes Bild: Der Goldman-Sachs-Kreditfonds überstand die Welle nahezu unbeschadet. Die Partners Group musste bei ihrem grössten Evergreen-Vehikel eingreifen, weil die Rückzugsanträge die Kappungsgrenze deutlich überschritten hatten.

Unternehmen dämpft Wachstumserwartungen

Die Partners Group rechnet damit, dass ihre verwalteten Vermögen in diesem und im nächsten Jahr um 1 bis 2 Prozent langsamer wachsen. Grund sind die Geldabzüge vieler Privatkunden. Auf Anfrage betont das Unternehmen dennoch die Kontinuität der Partnerschaft: „Die UBS ist seit vielen Jahren ein ausgezeichneter Partner für uns und bleibt dies auch weiterhin.“

Am 15. Juli veröffentlicht die Partners Group Zahlen zur Entwicklung ihrer verwalteten Vermögen. Investoren erwarten dort auch Informationen zum weiteren Verlauf der Rücknahmeanträge.

Aktie bleibt unter Druck

Die Aktie notiert aktuell bei 751,60 Euro und legt 0,83 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht sie mit 31,17 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 34,01 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro aus dem August 2025 fehlen weiterhin 38,06 Prozent.

Der Kurs hat sich vom Jahrestief bei 686,80 Euro leicht erholt, notiert aber deutlich unter seinen mittelfristigen Durchschnittslinien. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 832,60 Euro fehlen 9,73 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt von 986,38 Euro sogar 23,80 Prozent. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei 52,59 Prozent – der Markt handelt das Papier weiterhin sehr nervös.

Der RSI-Wert von 46,5 signalisiert aktuell weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation. Am 15. Juli entscheidet sich, ob das Update zu den verwalteten Vermögen Klarheit über die Stabilität der institutionellen Anlegerbasis schafft. Die Frage der UBS-Vertriebsabhängigkeit dürfte die Branche darüber hinaus weiter beschäftigen.