Die Partners Group steht vor entscheidenden Wochen. Nach einem gezielten Angriff von Leerverkäufern flüchten Anleger aus den Fonds des Private-Markets-Spezialisten. Der Aktienkurs spiegelt die massive Verunsicherung wider. Mitte Juli muss das Management nun die echten Schadenszahlen auf den Tisch legen.

Aktuell notiert das Papier bei 708,20 Euro. Damit kratzt der Kurs direkt am 52-Wochen-Tief vom Vortag. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 35 Prozent. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 23,2 einen tief überverkauften Zustand.

Auslöser der Talfahrt ist ein Bericht des US-Leerverkäufers Grizzly Research von Ende April. Dieser wirft den Zugern vor, ihre Evergreen-Fonds systematisch zu hoch zu bewerten. Partners Group wehrt sich mit einer Klage. Die Nervosität der Investoren bleibt trotzdem hoch.

Massive Mittelabflüsse

Zwei große Fonds spüren den Druck der Anleger direkt. Der in Luxemburg aufgelegte „Global Value SICAV“ verzeichnete im abgelaufenen Quartal Rücknahmeanträge in Höhe von 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts. Das sprengt das vertragliche Limit von fünf Prozent deutlich. Auch ein großer US-Fonds riss diese Schwelle mit Abflüssen von rund sechs Prozent.

Um das Vertrauen zurückzugewinnen, plant das Management tiefgreifende Änderungen. Für das in London notierte Vehikel PGPE schlägt der Vorstand eine neue Aktienstruktur vor. Anleger können künftig bis zu 30 Prozent ihrer Anteile in einen separaten Fonds umschichten. Daraus fließt das Kapital dann schrittweise zurück. Das Ziel: Den anhaltenden Abschlag zum Nettoinventarwert abbauen.

Parallel dazu greift die Führungsetage massiv bei der eigenen Aktie zu. Allein im Juni kauften Insider Papiere für rund 31 Millionen Franken. Seit Februar stieg dieses Volumen auf knapp 60 Millionen Franken. Mitgründer Fredy Gantner stockte seine Anteile ebenfalls kräftig auf.

Der 15. Juli bringt Klarheit

Analysten reagieren derweil auf das schwächere Vermögenswachstum. Sie kürzten ihre Gewinnschätzungen für die kommenden zwei Jahre zweistellig. Das durchschnittliche Kursziel liegt jetzt bei 957 Franken. Der Konsens bleibt mit einer Mehrheit an Kaufempfehlungen dennoch positiv.

Am 15. Juli veröffentlicht Partners Group die verwalteten Vermögen per Ende Juni. Dann wird sichtbar, ob institutionelle Gelder die Abflüsse der Privatkunden ausgleichen konnten. Das Management hält bisher an der Prognose für das Gesamtjahr fest. Die endgültigen Zahlen zu den Rücknahmen und Auszahlungen kommuniziert der Konzern bis Ende Juli.