Partners Group hat in den vergangenen Tagen gleich zwei große Anlageprogramme final abgeschlossen. Am Donnerstag vergangener Woche gab der Schweizer Vermögensverwalter den Abschluss des Programms „Infrastructure Secondaries“ bei über 5,5 Milliarden US-Dollar bekannt. Bemerkenswert: Mehr als 70 Prozent des eingesammelten Kapitals stammen von Neukunden. Nur drei Tage zuvor hatte das Unternehmen bereits das Programm „Direct Infrastructure IV“ mit einem Gesamtvolumen von über 15 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.

Beide Abschlüsse fallen in eine Phase, in der Partners Group sein Neugeschäft insgesamt kräftig ausweitet. Zum Stichtag 30. Juni bezifferte das Unternehmen sein verwaltetes Vermögen auf 186 Milliarden US-Dollar, ein Jahr zuvor waren es 174 Milliarden US-Dollar. Die Brutto-Kapitalzusagen im ersten Halbjahr erreichten mit 16 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert – nach 12 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr hält Partners Group an seiner Prognose von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar an Brutto-Neugeldern fest.

Evergreen-Abflüsse und schwächere Performance-Erträge belasten

Neben den Rekordzahlen offenbarte die Halbjahresmeldung vom 15. Juli auch Schattenseiten. Der erwartete Anteil der Performance-Erträge am Gesamtumsatz für das erste Halbjahr sank auf unter 20 Prozent – deutlich unterhalb des langfristigen Zielkorridors von 25 bis 40 Prozent. Als Ursache nennt Partners Group zeitlich verzögerte Exits sowie eine schwächere Wertentwicklung in den Evergreen-Portfolios, also den offenen, laufend handelbaren Anlagestrukturen des Hauses.

Hinzu kommen Mittelabflüsse aus genau diesen Evergreen-Strukturen in Höhe von 3,8 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr. Partners Group rechnet deshalb für 2026 und 2027 mit einem negativen Effekt auf das Netto-Wachstum des verwalteten Vermögens von zusammengenommen 1 bis 2 Prozent. Für Anleger bedeutet das: Das Neugeschäft brummt, doch ein Teil der Erträge und ein Teil der bestehenden Vermögensbasis stehen unter Druck – zwei gegenläufige Trends, die sich in den kommenden Quartalen erst noch ausgleichen müssen.

Positiver fiel die Entwicklung der 2024 gestarteten Royalty-Strategie aus. Deren verwaltetes Vermögen wuchs im ersten Halbjahr um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Auch operativ blieb Partners Group aktiv: Anfang Juli investierte das Unternehmen im Auftrag von Kunden 260 Millionen britische Pfund in eine britische Leasingplattform für Schienenfahrzeuge. Kurz zuvor hatte man sich zudem eine Beteiligung an einem globalen kommerziellen Luftfahrt-Leasingportfolio von Avenue Capital Group gesichert.

Aktie bleibt unter Druck

An der Börse spiegeln sich die operativen Erfolge bislang nicht wider. Am Mittwoch schloss das Papier bei 730,00 Euro, ein Minus von 1,80 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 31,20 Prozent im Minus. Der Kurs notiert damit weiterhin deutlich unterhalb seines 52-Wochen-Hochs von 1.213,50 Euro, das im vergangenen August erreicht wurde.

Die Diskrepanz zwischen operativem Rekordwachstum bei den Kapitalzusagen und der anhaltenden Kursschwäche dürfte auch die für den 1. September angekündigten detaillierten Halbjahresergebnisse zum Stichtag 30. Juni prägen. Anleger werden dabei genauer hinschauen, ob sich die Belastungen aus den Evergreen-Abflüssen und den schwächeren Performance-Erträgen in konkreten Gewinnzahlen niederschlagen – oder ob das robuste Neugeschäft diese Effekte auffangen kann.