Partners Group hat für das erste Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben Kapitalzusagen von 16 Milliarden US-Dollar eingesammelt – mehr als in der Vorjahresperiode, als das Unternehmen 12 Milliarden US-Dollar verbuchte. Die verwalteten Vermögen kletterten auf 186 Milliarden US-Dollar. Der Zürcher Private-Markets-Investor bestätigte zugleich seine Prognose einer Brutto-Kundennachfrage von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar für das Gesamtjahr 2026. Auf den ersten Blick liest sich das nach einem soliden Halbjahr. Der Blick auf die Ertragsstruktur relativiert dieses Bild jedoch deutlich.
Performance-Fees brechen ein
Am selben Tag räumte Partners Group ein, dass die erwarteten Performance-Fees im ersten Halbjahr 2026 voraussichtlich unter 20 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen werden. Die eigentliche Zielspanne liegt bei 25 bis 40 Prozent. Als Gründe nannte das Unternehmen geringere Exit-Aktivitäten und eine schwächere Portfolio-Performance in den Evergreen-Strategien. Reuters berichtete über diese Mitteilung. Genau diese Evergreen-Produkte, die in den vergangenen Jahren als Wachstumstreiber galten, sind inzwischen zur Belastung geworden – Anleger fordern in reiferen Fonds verstärkt Kapital zurück, was den Handlungsspielraum des Managements einschränkt.
Analysten reagieren mit Kürzungen
Die schwache Gebührenbasis blieb bei den Banken nicht ohne Folgen. UBS stufte Partners Group von „Buy“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel von 1.175 auf 705 Schweizer Franken. Als Begründung nannten die Analysten den hohen Druck auf die Gewinnschätzungen sowie die Gefahr weiterer Rücknahmebeschränkungen bei reiferen Evergreen-Fonds. Jefferies beließ die Einstufung bei „Hold“, kappte das Kursziel aber von 760 auf 710 Franken und reduzierte die Gewinnschätzungen um bis zu 9 Prozent – ebenfalls mit Verweis auf die Rücknahmeproblematik der Evergreen-Produkte.
Einen Gegenpol setzte die Zürcher Kantonalbank. Sie bestätigte ihre Einstufung „Übergewichten“ mit einem fairen Wert von 1.050 Franken und bezeichnete die aktuelle Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 als krisenähnlich. Befürchtungen über massive Dividendenkürzungen hielten die Analysten für unrealistisch.
Royalty-Sparte wächst, Rückkäufe stocken
Nicht alle Signale aus dem Konzern sind negativ. Das Royalty-Geschäft, in dem Partners Group Lizenz- und Tantiemenrechte bündelt, wuchs im ersten Halbjahr 2026 um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar an verwalteten Vermögen. Finews berichtete über den Abschluss von acht neuen Transaktionen im laufenden Jahr, darunter Lizenzrechte an der TV-Serie „South Park“ und am Musikkatalog von „The Weeknd“.
Auf der Finanzierungsseite zeigen sich dagegen Bremsspuren. Die börsennotierte Guernsey-Einheit Partners Group Private Equity Limited meldete zum 30. Juni 2026 einen negativen freien Cashflow und setzte weitere Kapitalallokationen für ihr Aktienrückkaufprogramm aus. Das bestehende 18-Millionen-Euro-Programm wurde bis zum 30. September 2026 verlängert, aber nicht aufgestockt.
Kurs bleibt unter Druck
Am Kapitalmarkt spiegelt sich diese Gemengelage in einer ausgeprägten Schwäche wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 743,20 Euro, ein Plus von 1,56 Prozent auf Tagessicht. Vom Zwölfmonatshoch bei 1.213,50 Euro aus dem August 2025 trennen das Papier weiterhin knapp 39 Prozent. Die jüngste Erholung ändert wenig an der grundsätzlichen Talfahrt der vergangenen Monate, in der Evergreen-Abflüsse, sinkende Performance-Fees und die Herabstufungen von UBS und Jefferies den Kurs belastet haben.
Für Klarheit dürfte erst der vollständige Zwischenbericht sorgen, den Partners Group für den 1. September 2026 angekündigt hat. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob die Rekordzusagen bei den Neugeldern die schwache Gebührenbasis in den Evergreen-Strategien kompensieren können – oder ob die Bewertung, wie die Zürcher Kantonalbank es formuliert, tatsächlich bereits ein krisenähnliches Niveau erreicht hat.
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