Die Transaktionsaktivitäten des Schweizer Vermögensverwalters Partners Group setzen sich trotz eines verhaltenen Marktumfelds an den europäischen Finanzmärkten weiter fort. Am Mittwoch hat die Europäische Kommission die geplante Übernahme der Kontrolle über den britischen Anbieter AVK Power Solutions genehmigt. Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde sah bei ihrer eingehenden Prüfung keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegen das Vorhaben.
Der Schritt bei AVK Power Solutions reiht sich in jüngste Engagements auf dem britischen Markt ein. Am 18. September hatten Partners Group Private Equity und Aboria Capital den Erwerb eines umfangreichen Immobilienportfolios von HSBC Asset Management vereinbart. Die Transaktion umfasst fünf britische Studentenwohnheime mit 1.570 Betten und weist ein Gesamtvolumen von rund 165 Millionen GBP auf.
Derartige Zukäufe im Segment für Infrastruktur und Spezialimmobilien verdeutlichen die fortlaufende Strategie, widerstandsfähige Sachwerte mit langfristigen Ertragsperspektiven in die Portfolios einzubinden.
Für institutionelle Anleger bieten solche Engagements Visibilität bei den laufenden Erträgen. Gleichzeitig bleibt das makroökonomische Umfeld für Transaktionen im Bereich der alternativen Anlagen anspruchsvoll, da veränderte Rahmenbedingungen die Bewertungsprozesse am Markt spürbar beeinflussen.
Anpassungen im Kredit- und Beteiligungsportfolio
Neben strategischen Akquisitionen stehen auch strukturelle Anpassungen bei bestehenden Finanzierungen im Raum. Vor gut drei Wochen rückte der Ausbau der Direct-Lending-Aktivitäten in den Fokus: Laut Bloomberg prüfte Partners Group die Übertragung von Private-Credit-Darlehen im Umfang von rund 800 Millionen Euro in ein sogenanntes Continuation Vehicle.
Bestehenden Fondsinvestoren sollte im Rahmen dieser Struktur freigestellt werden, ihre Beteiligung in das neue Vehikel zu übertragen oder ihr Kapital abzuziehen.
Auf der Beteiligungsseite gab es zudem auf dem französischen Markt Fortschritte. Die EU-Kommission genehmigte die geplante Übernahme einer Mehrheit an der Naturkosmetikmarke Aroma-Zone durch Partners Group gemeinsam mit dem bisherigen Großaktionär Eurazeo.
Auf Seiten der Marktbeobachter dominiert dennoch Zurückhaltung: Am Dienstag senkte das Analysehaus Jefferies das Kursziel für Partners Group von 710 auf 605 Franken und beließ die Einstufung auf „Hold“.
Kurs spiegelt Marktskepsis wider
An der Börse konnten die vermeldeten Transaktionen den anhaltenden Kursdruck des laufenden Jahres bislang nicht abfedern. Die Aktie ging gestern bei 636,80 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Kursrückgang von 40 Prozent. Mit diesem Bewertungsniveau notiert der Titel lediglich 2,2 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
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