Partners Group hat am Mittwoch gleich zwei Transaktionen bekanntgegeben: Der Schweizer Private-Markets-Investor führt exklusive Verhandlungen über den Mehrheitserwerb der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone von Eurazeo, das im Gegenzug eine bedeutende Minderheitsbeteiligung behält. Parallel dazu vereinbarte Partners Group den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions, einem britischen Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren, mit einem initialen Eigenkapitaleinsatz von über einer Milliarde US-Dollar. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Plus von 2,28 Prozent auf 788,60 Euro.

Zwei Deals, ein Tag

Die Aroma-Zone-Übernahme richtet sich auf den europäischen Naturkosmetikmarkt, während der Einstieg bei AVK Power Solutions Partners Group Zugang zu einem Segment verschafft, das vom weltweiten Ausbau der Rechenzentrums-Infrastruktur profitiert. Beide Transaktionen unterstreichen die Strategie des Unternehmens, in wachstumsstarke Nischen mit strukturellem Rückenwind zu investieren – bei AVK Power Solutions getrieben von der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung, bei Aroma-Zone von der anhaltenden Konsumverschiebung hin zu Naturprodukten.

Auch operativ liefert das bestehende Portfolio Fortschritte. Beim US-Versicherungsmakler Foundation Risk Partners erzielte Partners Group in Zusammenarbeit mit dem Portfolio-Unternehmen Version 1, einem britischen Digital-Transformation-Spezialisten, im Rahmen eines KI-Transformationsprogramms einen EBITDA-Margen-Anstieg von 120 Basispunkten. Der finanzielle Effekt daraus bezifferte das Unternehmen auf 10 Millionen US-Dollar. Solche Wertsteigerungen im Bestandsportfolio sind für Anleger relevant, weil sie zeigen, dass Partners Group nicht nur über neue Zukäufe, sondern auch über aktives Management bestehender Beteiligungen Rendite generiert.

Wachsendes verwaltetes Vermögen, verhaltene Performance-Erträge

Die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026, die Partners Group Mitte Juli veröffentlichte, zeigen ein deutliches Wachstum beim verwalteten Vermögen. Es stieg zum 30. Juni 2026 auf 186 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 174 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr flossen 16 Milliarden US-Dollar an neuen Kundencommitments zu, während das Unternehmen 9 Milliarden US-Dollar investierte und ebenfalls 9 Milliarden US-Dollar realisierte. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Partners Group seine Guidance einer Brutto-Neukunden-Nachfrage von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar.

Weniger erfreulich fiel die Entwicklung bei den Performance-Erträgen aus. Sie dürften im ersten Halbjahr unter 20 Prozent der Gesamteinnahmen liegen und damit unterhalb der mittelfristigen Zielspanne von 25 bis 40 Prozent bleiben. Als Gründe nannte das Unternehmen eine timing-bedingt niedrigere Direct-Exit-Aktivität sowie eine schwächere Portfolio-Performance in reiferen Evergreen-Strategien. Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet Partners Group zudem damit, dass die Evergreen-Plattform das Netto-Wachstum des verwalteten Vermögens um 1 bis 2 Prozentpunkte bremsen könnte – ein Effekt, der sich nach eigener Einschätzung auch im Gesamtjahr 2027 fortsetzen dürfte. Einen bereits im Februar vereinbarten Verkauf der nordischen Datenzentrum-Plattform atNorth mit einem 2,5-fachen Multiple auf das investierte Kapital und einer für Kunden erzielten annualisierten Rendite von über 30 Prozent führte das Unternehmen im Rahmen des Halbjahresberichts als Beleg für erfolgreiche Exits an.

Rotation im Executive Team

Zusätzlich zu den Übernahmen kündigte Partners Group mehrere Rotationen im Executive Team an. Wolf-Henning Scheider bleibt dabei Partner, Co-Head of Investments und Head of Private Equity – die Kontinuität an dieser Spitzenposition dürfte Anleger angesichts der aktiven Übernahmeaktivität beruhigen.

Kurs bleibt unter Vorjahresniveau

Trotz der jüngsten Erholung liegt die Aktie noch deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro, das am 2. September 2025 markiert wurde – der Abstand beträgt 36,40 Prozent. Der jüngste Kursanstieg treibt das Papier aber bereits knapp 5 Prozent über den 50-Tage-Durchschnitt von 751,45 Euro. Die Serie an operativen Fortschritten und Zukäufen liefert damit zumindest kurzfristig Rückenwind, auch wenn der Weg zurück zu den Höchstständen des Vorjahres noch weit ist.