Ein 70-stöckiger Luxusturm in Miami, gebrandmarkt mit dem Namen einer Schweizer Uhrenmarke — Partners Group setzt auf Glamour. Die Aktie des Schweizer Privatmarkt-Investors erzählt jedoch eine andere Geschichte.
220 Millionen für Brickell
Partners Group investiert rund 220 Millionen US-Dollar in das Projekt „B Residences“ im Brickell-Viertel von Miami. Der Turm soll über 300 Luxuswohnungen umfassen. Entwickler ist die deutsche Empira Group. Baustart ist Ende 2028, Fertigstellung für 2031 geplant. Das Branding stammt vom Uhrenkonzern Breitling — ein ungewöhnlicher, aber in Miami nicht untypischer Marketingansatz für Hochpreis-Immobilien.
Das Investment läuft über Kundengelder. Partners Group selbst verwaltet global mehr als 185 Milliarden US-Dollar in Private Equity, Infrastruktur, Private Credit und Immobilien.
Kurs nahe Jahrestief, Fonds unter Druck
Die Aktie schloss am Freitag bei 717,00 Euro — nur 4,4 Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresanfang beträgt das Minus 34 Prozent. Der RSI liegt bei 26,9, was auf überverkaufte Niveaus hindeutet.
Hintergrund ist der Druck auf die sogenannten Evergreen-Fonds. Rücknahmeanträge von Privatanlegern haben die Aufmerksamkeit auf die Liquidität dieser Vehikel gelenkt. Verwaltungsratspräsident Steffen Meister erwägt, die Gesamtgröße dieser Fonds künftig etwas zu reduzieren. Ziel ist eine bessere Abstimmung mit der langfristigen Investorennachfrage.
Das Management hält dennoch an seiner Prognose fest. Für 2026 erwartet Partners Group Brutto-Neugelder von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar. Für die zweite Jahreshälfte 2026 und 2027 rechnet das Unternehmen allerdings mit einem leichten Bremseffekt beim Netto-AuM-Wachstum von ein bis zwei Prozentpunkten — ausgelöst durch die Evergreen-Plattform.
Das Miami-Projekt ist ein Signal, dass Partners Group trotz des schwierigen Marktumfelds weiter in Immobilien investiert. Ob das reicht, um das Vertrauen der Aktionäre zurückzugewinnen, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Rücknahmewelle bei den Evergreen-Fonds beruhigt — und ob die AuM-Prognose für 2026 tatsächlich hält.
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