Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Partners Group treibt den Ausbau ihres Kreditgeschäfts in Europa voran. Am Dienstag stellte das Unternehmen ein Finanzierungspaket über 300 Millionen Euro für die Übernahme des deutschen Gebäudetechnikers MDT durch Bregal Unternehmerkapital bereit. Mit der Transaktion unterstreicht der Asset Manager seine Ambitionen im Segment der vorrangig besicherten Unternehmenskredite.

Im laufenden Jahr 2026 hat Partners Group im Rahmen ihrer Direct-Lending-Pakete bereits 23 Transaktionen abgeschlossen. Das Gesamtvolumen dieser Direktkreditstrategie beläuft sich damit auf knapp zwei Milliarden Euro. Diese Finanzierungsformen gewinnen an Bedeutung, da traditionelle Banken bei fremdfinanzierten Unternehmensübernahmen zurückhaltender agieren und Marktanteile an spezialisierte Private-Debt-Anbieter abtreten.

Ausbau der europäischen Standorte

Parallel zur Ausweitung der Kreditaktivitäten stärkt das Unternehmen seine operative Präsenz im europäischen Markt. Am 10. September eröffnete Partners Group ein neues Büro in Stockholm. Der Standort dient als strategische Basis, um die Investitionsfähigkeiten in Skandinavien zu vertiefen sowie die Nähe zu regionalen Kunden und Partnern zu festigen.

Auch auf der Eigenkapitalseite treibt das Management Zukäufe voran. So schloss die Gruppe am 6. August eine Vereinbarung zur Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions, einem Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren.

Bei dieser Transaktion plant das Haus eine Eigenkapitalinvestition von über einer Milliarde USD. Zudem traten die Schweizer am selben Tag in exklusive Verhandlungen über den Erwerb der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone ein.

Belastungsfaktoren dämpfen den Kurs

Die operative Aktivität steht in deutlichem Kontrast zur jüngsten Kursentwicklung an den Finanzmärkten. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 39 Prozent. Am Freitag schloss das Papier bei 648,60 Euro und notiert damit nur hauchdünn über dem jüngst markierten 52-Wochen-Tief von 646,00 Euro.

Die Zurückhaltung der Investoren resultiert vor allem aus den operativen Zwischenergebnissen. Die vor gut drei Wochen vorgelegten Halbjahreszahlen (seither minus 10,0 Prozent) offenbarten Gegenwind: In den ersten sechs Monaten sanken die Erträge um 7 Prozent auf 1,12 Milliarden CHF.

Maßgeblich dafür war ein Rückgang der erfolgsabhängigen Einnahmen um 39 Prozent, was auch den Reingewinn um 13 Prozent auf 502 Millionen CHF drückte. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte die Gruppe zwar eine Zielmarke von 26 bis 32 Milliarden USD an Kapitalzusagen, passte jedoch den erwarteten Anteil der Performance-Erträge auf 20 bis 25 Prozent des Gesamteinkommens an.

Zusätzliche Unruhe brachte der Führungswechsel vor rund zwei Wochen (seither minus 10,2 Prozent). Nach dem angekündigten Rückzug von Vorstandschef David Layton bereitet sich das Haus auf den Führungswechsel vor: Roberto Cagnati und Juri Jenker übernehmen zum 1. Januar 2027 die Co-Leitung.

Ob die Transaktionsdynamik im Kreditbereich ausreicht, um das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückzugewinnen, wird von der weiteren Realisierung dieser Engagements abhängen.