Ein Leerverkäufer greift an, die Aktie bricht ein — und das Management schlägt zurück. Bei Partners Group verdichten sich die Fronten.

Seit Ende April, als der US-Shortseller Grizzly Research einen Bericht über angebliche Bewertungsprobleme in den Evergreen-Fonds veröffentlichte, steht die Schweizer Private-Equity-Gesellschaft unter Druck. Das Unternehmen bezeichnet den Bericht als irreführend und diffamierend. Außerdem prüft Partners Group Anzeigen wegen möglicher Marktmanipulation bei den zuständigen Aufsichtsbehörden.

Kurs nahe am Jahrestief

Die Aktie schloss am Donnerstag bei 750,80 Euro — nur 2,43 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 31 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 24,9 und signalisiert damit einen technisch stark überverkauften Zustand.

Belastend wirkt neben den Grizzly-Vorwürfen auch das Gating in einzelnen Fonds. Beschränkte Rücknahmen verunsichern Investoren und nähren Zweifel an der Liquiditätslage im Segment der alternativen Investments.

Analysten uneins über den fairen Wert

Die Einschätzungen der Banken gehen weit auseinander. Oddo BHF stufte die Aktie zuletzt auf „Neutral“ herab und nennt ein Kursziel von 920 CHF. Vontobel senkte das Ziel auf 960 CHF. Julius Bär bleibt mit 1.200 CHF deutlich optimistischer. Das durchschnittliche Kursziel aller beobachtenden Analysten liegt bei rund 1.097 CHF — mehr als doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs.

Durch den Kursrückgang ist die Dividendenrendite auf rund 6,5 Prozent gestiegen, basierend auf der Ausschüttung von 46,00 CHF je Aktie für 2025. Partners Group hat die Dividende seit 17 Jahren kontinuierlich erhöht. Mit einer operativen Marge von über 60 Prozent gilt die Ausschüttung bei vielen Beobachtern als solide finanziert.

Neues Immobilienprogramm trifft auf Nachfrage

Operativ sendet das Unternehmen ein Signal der Stärke. Partners Group startete das fünfte Real-Estate-Secondaries-Programm mit einem Zielvolumen von 1,5 Milliarden USD. Beim ersten Closing sicherte sich das Haus bereits Zusagen über 650 Millionen USD.

Das zeigt: Institutionelle Kunden vertrauen den Anlagestrategien — unabhängig vom Kursdruck auf die Holding-Aktie.

Am 15. Juli veröffentlicht Partners Group neue Daten zu den verwalteten Vermögen. Dann wird klarer, wie stark die Mittelabflüsse die Gebührenbasis tatsächlich getroffen haben.