Die Partners Group startet ein neues Milliardenprogramm. Parallel dazu stürzt der Aktienkurs ab. Bei dem Schweizer Asset Manager klaffen operative Ambitionen und Marktstimmung derzeit weit auseinander.

Fokus auf Immobilien-Zweitmarkt

Das Unternehmen sammelt Geld für sein fünftes Immobilien-Secondaries-Programm. Das Zielvolumen liegt bei 1,5 Milliarden US-Dollar. Zum Start haben Investoren bereits über 650 Millionen US-Dollar fest zugesagt.

Die Schweizer kaufen dabei keine direkten Gebäude. Sie übernehmen bestehende Beteiligungen an Immobilienfonds von anderen Anlegern. Aktuell umfasst das Portfolio Schwerpunkte in den Bereichen Wohnen, Industrie und Hotellerie.

Liquiditätskrise belastet den Kurs

An der Börse verpufft die Neuigkeit. Die Aktie fällt heute um 2,33 Prozent auf 754,80 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 31 Prozent.

Der Grund für den Absturz liegt bei sogenannten Evergreen-Fonds. Die Auszahlungswünsche der Anleger überstiegen dort zuletzt das vertragliche Limit von fünf Prozent. Daraufhin musste die Gesellschaft strenge Rücknahmebeschränkungen aktivieren.

Die Folge: ein massiver Abverkauf. Mit einem Relative-Stärke-Index von 25,2 gilt das Papier technisch als stark überverkauft. Der Abstand zur 50-Tage-Linie beträgt aktuell fast 17 Prozent.

Insider stützen den Kurs

Das Management steuert nun aktiv gegen. Mitgründer Fredy Gantner und weitere Führungskräfte kauften zuletzt massiv eigene Aktien. Der Gesamtwert dieser Käufe übersteigt 20 Millionen Schweizer Franken.

Der Vorstand bestätigt außerdem seine Jahresprognose. Die erwartete Bruttonachfrage bleibt bei 26 bis 32 Milliarden US-Dollar.

Am 15. Juli 2026 präsentiert das Unternehmen detaillierte Zahlen zum verwalteten Vermögen. Der vollständige Halbjahresbericht folgt am 1. September. Diese Daten müssen belegen, ob das institutionelle Geschäft die aktuellen Mittelabflüsse ausgleicht.