Rund ein Drittel des Kurswerts vernichtet, das 52-Wochen-Tief gerade erst markiert — und der Chairman bekräftigt trotzdem die strategische Ausrichtung. Bei Partners Group klaffen Unternehmenskommunikation und Marktreaktion derzeit weit auseinander.
Evergreen-Fonds als Belastungsfaktor
Das eigentliche Problem sitzt tief im Geschäftsmodell. Partners Group bietet Anlegern über sogenannte Evergreen-Fonds Zugang zu illiquiden Anlageklassen wie Private Equity und Private Credit — mit der Option, Anteile regelmäßig zurückzugeben. Genau das tun Anleger gerade in großem Stil.
Im zweiten Quartal 2026 überstiegen die Rücknahmeanträge beim luxemburgischen Global Value SICAV rund 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts. Damit griff die vierteljährliche Liquiditätsgrenze von 5 Prozent. Das Management warnte bereits, dass dieser Druck die AuM-Wachstumsdynamik in der zweiten Jahreshälfte 2026 und in 2027 bremsen wird.
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Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Die Prognose für den Brutto-Neugeldzufluss von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar für das Gesamtjahr bleibt zwar bestehen — doch das Vertrauen in die Evergreen-Struktur ist angeschlagen.
Kurs weit unter allen gleitenden Durchschnitten
Die Aktie notiert bei 783 Euro und damit rund 25 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Seit Jahresanfang beträgt das Minus 28,3 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 31,7 Prozent. Der RSI von 27,7 signalisiert technisch überverkaufte Bedingungen — ein Niveau, das kurzfristig Erholungspotenzial andeutet, aber keine Trendwende garantiert.
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Trotz des Kursrückgangs bleiben Analysten mehrheitlich konstruktiv. Sieben von 13 raten zum Kauf, sechs zum Halten. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 1.120,77 Franken — ein Aufwärtspotenzial von über 40 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Wie belastbar ist die Zufluss-Prognose?
Die zentrale Frage lautet: Reichen die Netto-Zuflüsse in die Evergreen-Fonds aus, um die Abflüsse strukturell zu kompensieren? Das Management bejaht das zumindest für das erste Halbjahr. Ob diese Dynamik in der zweiten Jahreshälfte standhält, wenn die Liquiditätsgrenzen weiter unter Druck geraten, ist offen.
Partners Group verwaltet über 185 Milliarden US-Dollar — das Unternehmen ist groß genug, um kurzfristige Turbulenzen zu absorbieren. Ob das Chairman-Bekenntnis zur Strategie die Rücknahmewelle stoppt, wird sich spätestens in den Zahlen zum dritten Quartal zeigen.
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