Bei Partners Group reißt der Verkaufsdruck nicht ab. Die Aktie markierte am Montag mit 726,00 Euro ein neues Jahrestief. Seit Januar hat das Papier rund 33 Prozent seines Wertes verloren. Der Grund für den Absturz liegt in gesperrten Kundengeldern.
Rücknahmestopp verunsichert Anleger
Anfang Juni zog das Management die Reißleine. Es begrenzte die Auszahlungen beim milliardenschweren Global Value SICAV. Zuvor waren die Rücknahmeanträge für das zweite Quartal auf fast zehn Prozent hochgeschossen. Erlaubt waren laut Vertrag eigentlich nur fünf Prozent.
Diese Notbremse weckt Zweifel an der operativen Stabilität. Die erhöhte Flucht aus den offenen Fondsprodukten bremst das Wachstum. Das Management rechnet für die kommenden 18 Monate mit einem spürbaren Dämpfer. Das Netto-Wachstum des verwalteten Vermögens könnte um bis zu zwei Prozentpunkte sinken.
Hoffnung auf institutionelle Kunden
Ein Totalabsturz droht dennoch nicht. Etwa 80 Prozent der verwalteten Gelder stammen von institutionellen Investoren. Der aktuelle Druck kommt fast ausschließlich aus dem Privatkundenbereich. Daher hält Partners Group an der Jahresprognose fest. Der Konzern erwartet weiterhin neue Kundengelder zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar.
Um die Lage zu beruhigen, plant der Verwaltungsrat einen Umbau. Der in London gelistete Private Equity Trust der Gruppe soll zwei neue Aktienklassen erhalten. Anleger wählen künftig zwischen einer langfristigen Beteiligung und einem geordneten Kapitalrückfluss. Die Hauptversammlung stimmt Ende 2026 darüber ab.
Warten auf den Juli
Technisch ist die Aktie mit einem RSI-Wert von knapp 26 derzeit stark überverkauft. Ob das für eine Gegenbewegung reicht, entscheidet sich am 15. Juli. Dann veröffentlicht das Unternehmen die genauen Zahlen zum verwalteten Vermögen. Fällt dieser Bericht solide aus, könnte der Verkaufsdruck nachlassen. Die vollständige Halbjahresbilanz folgt am 1. September.
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