Mit neuen Produktinitiativen reagiert Partners Group auf ein anhaltend anspruchsvolles Marktumfeld für alternative Anlagen. Am Freitag brachte der Schweizer Vermögensverwalter eine globale Multi-Sektor-Private-Credit-Income-Strategie auf den Markt.
Die Struktur richtet sich über einen offenen Evergreen-Fonds an institutionelle Investoren sowie an Kunden aus dem Bereich Private Wealth. Das Management peilt dabei jährliche Erträge im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich an, um in einem veränderten Zinsumfeld stabiles Neugeschäft im Kreditbereich zu generieren.
Der Vorstoß in das Kreditsegment erfolgt vor dem Hintergrund spürbarer Portfolioanpassungen bei bestehenden Vehikeln. An den Märkten spiegelt sich die Zurückhaltung der Anleger deutlich wider: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 39 Prozent und notiert derzeit bei 645,20 Euro.
Umstrukturierung und Liquidation belasten das Sentiment
Die Notwendigkeit neuer Impulse wird durch Entwicklungen im Bestandsgeschäft unterstrichen. Medienberichten zufolge stimmten Anteilseigner der von Partners Group verwalteten britischen Investmentgesellschaft Partners Group Private Equity Limited mit 74,1 Prozent für eine Umwandlung in Realisierungsaktien.
Mit dem Überschreiten dieser Mehrheitsschwelle zog das Gremium ursprüngliche Umstrukturierungspläne zurück und leitete die geordnete Abwicklung der börsennotierten Gesellschaft ein.
Parallel dazu treibt das Unternehmen Veränderungen bei seinen Kernfonds voran. Vor rund zwei Wochen kündigte Partners Group an, den Global Value SICAV in eine Dachfondsstruktur mit zwei separaten Teilportfolios aufzuteilen.
Ein Teil ist auf langfristigen Wertzuwachs ausgelegt, während das zweite Portfolio Ausschüttungen und die Realisierung von Erträgen ermöglichen soll. Das Vorhaben steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Anteilseigner. Bei dem Vehikel mit einem Nettoinventarwert von 6,6 Milliarden Euro hatte Partners Group bereits im Juni Kapitalabflüsse reglementiert.
Zurückhaltende Stimmen von Analystenseite
Die operativen Anpassungen spiegeln sich in den Einschätzungen führender Analysehäuser wider. Vor rund zwei Wochen reduzierte Jefferies das Kursziel für den Titel von 710 auf 605 Schweizer Franken und beließ die Einstufung auf „Hold“.
Das Institut kürzte zudem seine Prognosen für den Gewinn je Aktie in den Jahren 2026 und 2027 um 10 beziehungsweise 11 Prozent. Als Begründung führten die Analysten an, dass sich die Erholung der verwalteten Vermögen wegen Verzögerungen bei Evergreen-Strukturen hinziehen dürfte.
Auch UBS setzte den Rotstift an und senkte das Kursziel am 28. September von 705 auf 670 Schweizer Franken. UBS-Analyst Mate Nemes verwies dabei auf verzögerte Unternehmensverkäufe im Portfolio, vorsichtigere Renditeannahmen sowie erhöhte Kosten für die Währungsabsicherung.
Der Kurs bewegt sich mit einem Abstand von nur 3,6 Prozent weiterhin unweit seines 52-Wochen-Tiefs. Verlässliche Indikatoren zur operativen Dynamik erwarten Marktteilnehmer zum Jahresauftakt: Am 13. Januar 2027 wird Partners Group den Stand der verwalteten Vermögen per Ende Dezember 2026 vorlegen.
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