Die veränderten Liquiditätsbedürfnisse von Anlegern stellen Anbieter privater Marktanlagen vor strukturelle Aufgaben. Beim Schweizer Vermögensverwalter Partners Group stehen die Mechanismen offener Vehikel und die Rückführung von Kapital im Mittelpunkt der jüngsten Weichenstellungen.

Neben strukturellen Anpassungen bei etablierten Fonds setzt die Gruppe parallel auf renditeorientierte Kreditstrategien, um den Anforderungen institutioneller Kunden sowie wohlhabender Privatkunden zu begegnen.

Strukturreformen bei Evergreen-Fonds

Im Fokus der Fachwelt steht die Handhabung von Rücknahmewünschen in fortlaufend geöffneten Anlagevehikeln. Das EDHEC Infrastructure & Private Assets Research Institute wertete die Pläne zur Aufteilung des Global Value SICAV als direkte Reaktion auf den Liquiditäts- und Rückgabedruck bei Evergreen-Strukturen.

Vor gut einer Woche hatte Partners Group vorgeschlagen, das Flaggschiff-Vehikel mit einem zuletzt ausgewiesenen Nettovermögenswert von 6,6 Milliarden Euro vorbehaltlich der Zustimmung der Anteilseigner in einen Umbrella-Fonds mit zwei Teilportfolios umzugestalten.

Das Konzept sieht vor, ein Teilportfolio rein auf langfristigen Wertzuwachs auszurichten, während das zweite Portfolio für Ausschüttungen aus Portfolioverwertungen vorgesehen ist. Das Management verwies darauf, dass die Strategie seit ihrer Auflegung das 4,5-Fache des investierten Kapitals erzielt hat. Die geplante Trennung soll Anlegern eine klarere Differenzierung zwischen reinvestiertem Wachstum und realisierten Rückflüssen ermöglichen.

Abwicklung auf Fondsebene und Ausbau von Private Credit

Dass Liquiditätsoptionen von Investoren konsequent genutzt werden, zeigte sich bei der börsennotierten Partners Group Private Equity Limited. Bei der von Partners Group verwalteten Londoner Beteiligungsgesellschaft stimmten 74,1 Prozent der Aktionäre für eine Liquiditätsoption.

In der Folge votierten 99,9 Prozent für die geordnete Veräußerung des gesamten Portfolios und die Liquidation der Gesellschaft. Die Rückflüsse an die Anteilseigner sollen voraussichtlich ab dem 31. März 2027 halbjährlich erfolgen.

Medienberichten zufolge betrifft dieser Schritt ausschließlich die britische Tochtergesellschaft und berührt die operative Partners Group Holding AG nicht direkt.

Parallel zu diesen Bereinigungen erweitert das Haus sein Angebot an ertragsorientierten Produkten. Mit einer globalen Multi-Sektor-Strategie für Private-Credit-Erträge brachte die Gruppe ein offenes Evergreen-Vehikel auf den Markt. Das Produkt zielt auf Erträge im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich ab, die überwiegend aus laufenden Zins- und Krediteinnahmen generiert werden sollen.

Herausforderungen im Marktumfeld

Die Anpassungen an das veränderte Kapitalumfeld spiegeln sich auch in den Einschätzungen der Analysten wider. Vor rund zwei Wochen senkte das Analysehaus Jefferies das Kursziel für die Partners Group auf 605 CHF von zuvor 710 CHF und bestätigte die Einstufung mit „Hold“.

An der Börse notiert die Aktie der Partners Group bei 637,60 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Rückgang um 40 Prozent, was die anhaltende Zurückhaltung gegenüber Verwaltern alternativer Anlagen im aktuellen Zinsumfeld unterstreicht. Die Initiativen zur Flexibilisierung der Fondsarchitektur bilden die Grundlage dafür, wie das Institut künftige Kapitalflüsse steuern will.