Partners Group treibt seine Expansion im Direct-Private-Equity-Geschäft voran. Am Donnerstag vergangener Woche kündigte der Zuger Vermögensverwalter exklusive Gespräche über die Übernahme von Aroma-Zone an, einem Unternehmen aus dem Portfolio von Eurazeo. Der Deal soll über das Direct-Private-Equity-Programm von Partners Group abgewickelt werden, Eurazeo bestätigte die Verhandlungen und will eine signifikante Minderheitsbeteiligung behalten.

Für Partners Group reiht sich der Vorstoß in eine Serie von Transaktionen ein, die das Unternehmen zuletzt vorangetrieben hat. Erst wenige Tage zuvor hatte der Investor eine Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions angekündigt, verbunden mit einer ersten Eigenkapitalinvestition von über einer Milliarde US-Dollar plus zusätzlicher Fremdfinanzierung. Die parallele Verfolgung zweier größerer Transaktionen unterstreicht, wie aktiv das Unternehmen sein Kapital derzeit einsetzt.

Portfolio zeigt operative Stärke

Neben den Übernahmeplänen meldete Partners Group auch positive Entwicklungen innerhalb des bestehenden Portfolios. Bei direkten Private-Equity-Beteiligungen mit Exponierung im US-Klimatechnik- und HVAC-Bereich verzeichnete das Unternehmen kürzlich starkes Wachstum.

Zuvor hatte Partners Group bereits über EBITDA-Margen-Verbesserungen bei einem Portfoliounternehmen in Denver berichtet, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz erzielt wurden. Solche Meldungen sollen offenbar unterstreichen, dass die operative Wertsteigerung in den Beteiligungen trotz eines schwierigen Marktumfelds funktioniert.

Aktie bleibt unter Druck

An der Börse hat all das dem Kurs bislang wenig geholfen. Die Aktie schloss am Freitag bei 773,20 Euro, nahezu unverändert zum Vortag, aber seit Jahresbeginn steht ein Minus von 27 Prozent zu Buche. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt der Rückgang sogar 34 Prozent, und zum 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro vom 2. September 2025 fehlen noch 38 Prozent.

Immerhin liegt der Kurs mit 3,5 Prozent leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine gewisse kurzfristige Stabilisierung hindeutet, während der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt mit 17 Prozent im Minus weiterhin deutlich ausfällt.

Die Skepsis am Markt zeigte sich auch in der Analystenwelt. Die Deutsche Bank stufte Partners Group am 11. August von „Kaufen“ auf „Halten“ zurück und senkte das Kursziel von 840 auf 785 Schweizer Franken. Die Herabstufung fiel damit in dieselbe Woche, in der das Unternehmen seine größten Transaktionen des Jahres ankündigte – ein Signal, dass die Analysten trotz der operativen Dynamik im Portfolio vorsichtiger auf die Bewertung blicken.

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf Unternehmensebene expandiert Partners Group weiter mit milliardenschweren Deals und meldet operative Fortschritte in bestehenden Beteiligungen. An der Börse dominiert dagegen weiterhin die Skepsis, die sich in der jüngsten Kursziel-Senkung eines großen Analysehauses widerspiegelt.

Ob die jüngsten Übernahmeaktivitäten das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen können, dürfte sich erst zeigen, sobald die Transaktionen abgeschlossen sind und ihre Wirkung auf die Geschäftszahlen sichtbar wird.