Partners Group bleibt unter Druck. Der Vermögensverwalter für Private Markets führt die Liste der schwächsten Werte im MSCI Europe Financials Index seit Jahresbeginn an – ein Status, der sich laut Bloomberg an gebremsten Zuflüssen aus den sogenannten Evergreen-Fonds festmacht.

Dieser Befund vom vergangenen Freitag ist keine neue Entwicklung, sondern die Marktreaktion auf Rücknahmeprobleme, die sich seit dem Frühsommer aufgebaut haben. Für Anleger stellt sich damit weniger die Frage, ob der Ausverkauf berechtigt war, sondern ob die kommenden Wochen eine Wende bringen können.

Gating-Kaskade seit Juni

Im Juni hatte Partners Group Rücknahmebeschränkungen im Flagship-Fonds Global Value SICAV mit rund 8,6 Milliarden US-Dollar Volumen aktiviert, nachdem Anleger dort schätzungsweise 9,8 Prozent des Nettovermögens im zweiten Quartal zurückfordern wollten.

Auch der Delaware-Fonds für Private Equity verzeichnete Rücknahmeanforderungen von rund 6 Prozent, drei weitere Evergreen-Fonds mit zusammen 9,7 Milliarden US-Dollar Volumen kamen auf 3,5 bis 5 Prozent.

Mitte Juli bestätigte das Unternehmen, dass mittlerweile fünf Evergreen-Fonds unter Gating stehen, mit Rücknahmen von maximal 5 Prozent pro Quartal. Die sogenannten Tail-down-Effekte für das laufende Geschäftsjahr schätzt das Unternehmen auf 10 bis 13 Milliarden US-Dollar.

Diese Beschränkungen sind mehr als eine technische Fußnote. Sie bremsen laut eigener Guidance das Wachstum der verwalteten Vermögen für die zweite Jahreshälfte 2026 und 2027 um 1 bis 2 Prozentpunkte. Für das erste Halbjahr meldete Partners Group Rücknahmen aus Evergreen-Fonds von 3,8 Milliarden US-Dollar, wobei sich 79 Prozent davon auf nur drei Fonds konzentrierten.

Die Performance Fees, üblicherweise ein wichtiger Ertragstreiber, lagen im ersten Halbjahr unter 20 Prozent der Gesamteinnahmen – deutlich unter der mittelfristigen Zielspanne von 25 bis 40 Prozent. Die verwalteten Vermögen bezifferte das Unternehmen auf rund 186 Milliarden US-Dollar, während der Konsens mit 189,9 Milliarden US-Dollar gerechnet hatte.

Analysten reagierten geschlossen mit Kürzungen

Die Reaktion der Bankenanalysten fiel im Juni und Juli einhellig aus. UBS senkte Anfang Juli das Rating von Buy auf Neutral und kappte das Kursziel von 1.175 auf 705 Schweizer Franken – die Begründung: ein negatives Gewinnmomentum und die Erwartung, dass weitere reife Evergreen-Fonds unter Gating geraten könnten.

Bereits Mitte Juni hatte Oddo das Rating von Buy auf Hold zurückgestuft, während mehrere Häuser ihre Kursziele zum Teil deutlich reduzierten. Diese Einschätzungen liegen inzwischen einige Wochen zurück und spiegeln vor allem die damalige Schockreaktion auf die Gating-Ankündigungen wider, nicht den aktuellen Stand.

Kurs hat sich stabilisiert, Blick richtet sich auf Zahlen

An der Börse hat sich die Aktie zuletzt gefangen: Der Schlusskurs vom Montag lag bei 770,60 Euro, nach einem Plus von 6,2 Prozent auf Sicht von 30 Tagen.

Der Titel notiert damit rund 3,2 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, bleibt aber mit einem Minus von 27 Prozent seit Jahresbeginn tief im roten Bereich und liegt 38 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom 2. September vergangenen Jahres.

Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor. Partners Group Private Equity Limited hat für den 27. August einen Investoren-Webcast zu den Halbjahresergebnissen angesetzt, basierend auf unauditierten Zahlen zum 30. Juni.

Der Konzern selbst veröffentlicht sein Halbjahresergebnis am 1. September um 07:00 Uhr MEZ. Erst dann dürfte sich zeigen, ob die Gating-Maßnahmen die Ertragsbelastung wie angekündigt begrenzen konnten oder ob weitere Fonds nachziehen müssen.