Starke Nachfrage nach Auszahlungen trifft auf begrenzte Kassenbestände. Bei der Partners Group klaffen Wunsch und Realität aktuell weit auseinander. Der Schweizer Asset Manager muss bei seinem Flaggschiff-Fonds die Reißleine ziehen. Das Management friert Rückgaben teilweise ein.

Liquiditätsengpässe blockieren Anleger

Im Zentrum des Sturms steht der Fonds „Global Value SICAV“. Das Vehikel verwaltet rund 8,6 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal 2026 wollten Anleger massiv Kapital abziehen. Die Rückgabewünsche erreichten fast zehn Prozent des Nettoinventarwerts.

Das Problem: Die vertragliche Liquiditätsgrenze erlaubt nur Auszahlungen von fünf Prozent pro Quartal. Die Partners Group aktivierte daher den sogenannten „Gating“-Mechanismus. Im Mai konnte das Management lediglich 62 Prozent der Anträge bedienen. Der Rest der Investoren muss warten. Ein weiteres US-basiertes Private-Equity-Vehikel meldet ähnliche Probleme.

Chairman kündigt Kurskorrektur an

Verwaltungsratspräsident Steffen Meister reagiert nun auf die Vertrauenskrise. In einem Interview stellte er eine Neuausrichtung der betroffenen Evergreen-Fonds in Aussicht. Die grundsätzliche Strategie bleibt bestehen. Allerdings will der Konzern diese Fonds künftig mit einem etwas geringeren Volumen führen.

So will das Management Mittelzuflüsse und Liquidität besser steuern. Meister verweist auf das anspruchsvolle Marktumfeld für Private Equity. Hartnäckige Inflation und schwaches globales Wachstum belasten die Branche. Die aktuelle Rücknahmewelle kostet Wachstum. Bis 2027 dürfte das verwaltete Vermögen um ein bis zwei Prozentpunkte langsamer steigen.

Analysten streichen Kursziele zusammen

Die Liquiditätsengpässe lösen an der Wall Street Alarm aus. Mehrere Analysten haben ihre Kursziele drastisch gesenkt:

  • Jefferies: Ziel von 1.130 auf 760 CHF reduziert.
  • Bank of America: Erwartung auf 850 CHF gekappt.
  • Goldman Sachs: Ziel auf 860 CHF gesenkt. Analyst Oliver Carruthers kritisiert die schwache Performance.
  • AlphaValue: Gewinnprognosen für 2026 um rund sieben Prozent nach unten korrigiert.

Aktie fällt auf neues Jahrestief

An der Börse setzt sich der Abwärtstrend unvermindert fort. Die Aktie notiert aktuell bei 702,20 Euro. Im Tagesverlauf rutschte das Papier auf 701,00 Euro ab. Das markiert ein neues Jahrestief.

Seit Januar summiert sich der Kursverlust auf fast 36 Prozent. Ein RSI-Wert von 22 signalisiert eine massiv überverkaufte Lage.

Trotz dieses Gegenwinds weicht das Management nicht von seiner Jahresprognose ab. Die Brutto-Neukundennachfrage soll im laufenden Jahr weiterhin zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar liegen.