Gestern hat das Analysehaus Jefferies seine Erwartungen für Partners Group gedämpft. Die Experten reduzierten das Kursziel für die Papiere des Schweizer Vermögensverwalters auf 605 CHF und bestätigten ihre Einstufung mit „Hold“. Zudem wurden die Schätzungen für den Gewinn je Aktie in den kommenden beiden Geschäftsjahren um rund ein Zehntel nach unten angepasst.

Die skeptischere Haltung der Analysten wiegt schwer. Nach einer monatelangen Schwächephase hoffen Anleger auf Anzeichen für eine Erholung des Geschäftsmodells. Die jüngsten Schätzungsanpassungen verdeutlichen jedoch, dass die Ertragsdynamik im Private-Markets-Sektor vorerst gedämpft bleiben könnte.

An den Börsen zeigt sich die Notierung heute dennoch etwas gefestigt. Der Kurs legte um 1,6 Prozent auf 638,80 Euro zu. Übergeordnet bleibt das Bild allerdings eingetrübt, denn seit Jahresanfang hat der Titel 40 Prozent an Wert eingebüßt.

Gezielte Investitionen und neue Vehikel

Ungeachtet der Zurückhaltung an den Kapitalmärkten setzt das Unternehmen seine Transaktionsaktivitäten fort. Das Management konzentriert sich darauf, ausgewählte Immobilienwerte zu erwerben und bestehende Portfolios mit neuen Strukturen auszustatten.

In Großbritannien baute Partners Group am 18. September gemeinsam mit Aboria Capital die Präsenz im Bildungssektor aus. Die Partner übernahmen von HSBC Asset Management ein Portfolio aus Studentenwohnanlagen mit 1.570 Betten für 165 Millionen Pfund. Die Übernahme erfolgte über ein Joint Venture, an dem sich weitere Investoren beteiligten.

Die Transaktion zeigt das Bestreben, in defensive Segmente mit stabiler Nachfrage zu investieren. Parallel dazu rückt das Management aber auch die Liquidität für bestehende Kunden in den Mittelpunkt.

Liquiditätsoptionen im Kreditgeschäft

Laut Bloomberg prüft Partners Group die Übertragung von Private-Credit-Darlehen im Volumen von rund 800 Millionen Euro in ein Fortführungsvehikel. Durch diesen Schritt erhielten Anleger der bestehenden Fonds die Möglichkeit, ihre Beteiligungen in die neue Struktur zu überführen oder alternativ auszusteigen.

Solche Fortführungsstrukturen gewinnen an Bedeutung, wenn reguläre Fondslaufzeiten enden oder Investoren vorzeitig Liquidität verlangen. Für Partners Group bietet das Modell die Chance, gebührenträchtige Kredite weiter zu begleiten, ohne auf den Rückhalt der Fondsanleger verzichten zu müssen.

Für eine nachhaltige Erholung der Aktie wird entscheidend sein, wie schnell das Haus wieder an frühere Ertragsniveaus anknüpfen kann. Solange Analysten ihre Gewinnprognosen kürzen, bleibt der Spielraum für eine Neubewertung begrenzt.