Die Analystenhäuser sind sich über die Bewertung von Partners Group derzeit alles andere als einig. Während zwei Institute an ihrer positiven Einschätzung festhalten, warnt eine dritte Stimme vor überzogenen Erwartungen.
Zwei Kaufempfehlungen, ein Kursziel bei 775 Franken
Die Bank Julius Bär bekräftigte am Donnerstag ihr Buy-Rating für Partners Group und nannte ein Kursziel von 1.100 Schweizer Franken. Vontobel hatte bereits am 1. September ebenfalls ein Buy-Rating bestätigt, allerdings mit einem deutlich niedrigeren Kursziel von 960 Franken. Beide Häuser bleiben damit trotz der jüngsten operativen Unsicherheiten optimistisch gestimmt.
Ein deutlich vorsichtigerer Ton kam laut Medienberichten von einer weiteren Quelle, die eine Wiederaufnahme der Coverage mit Equal-Weight-Einstufung und einem Kursziel von lediglich 775 Franken meldete. Diese Einschätzung ist allerdings nur eingeschränkt belastbar, da sie nicht von einem etablierten Analysehaus stammt.
Die Spannbreite der Kursziele zeigt, wie unterschiedlich die Marktteilnehmer die Aussichten des Vermögensverwalters derzeit einschätzen – von deutlich über dem aktuellen Niveau bis hin zu Werten, die näher an der gegenwärtigen Marktbewertung liegen.
Hintergrund: Halbjahreszahlen und Führungswechsel belasten Stimmung
Die unterschiedlichen Einschätzungen fallen in eine Phase, in der Partners Group mit mehreren Baustellen zu kämpfen hat. Am Dienstag vergangener Woche hatte das Unternehmen seine Halbjahreszahlen für 2026 vorgelegt und dabei die Erwartung an den Anteil des Performance Income für das Gesamtjahr auf rund 20 bis 25 Prozent der Gesamterlöse gesenkt. Reuters berichtete zudem von einem Rückgang des Nettogewinns im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 502 Millionen Franken.
Parallel dazu kündigte das Unternehmen einen Führungswechsel an: David Layton scheidet zum 1. Januar 2027 aus dem Executive Team aus und wechselt in die Rolle des Chief Investment Officer. Roberto Cagnati und Juri Jenkner übernehmen als Co-CEOs. Reuters bestätigte diese Personalie ebenfalls.
Positiver fiel dagegen die Entwicklung beim Fundraising aus: Für das erste Halbjahr 2026 bestätigte Partners Group ein Volumen von 16 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das verwaltete Vermögen lag zum 30. Juni bei 186 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr hält das Unternehmen weiterhin an seiner Prognose von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar an neuem Kundenvermögen fest.
Kurs bewegt sich seitwärts nahe Jahrestief
Am Markt spiegelt sich die Unsicherheit in einer breiten Handelsspanne wider. Die Aktie notiert aktuell bei 712,40 Euro und damit nur noch 3,7 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 686,80 Euro, das erst im Juni markiert wurde. Zum bisherigen Jahreshoch von 1.187,50 Euro im Januar beträgt der Abstand rund 40 Prozent.
Die Diskrepanz zwischen den Kurszielen der Analysten und dem aktuellen Kursniveau ist beträchtlich: Selbst das vorsichtigste genannte Ziel von 775 Franken läge deutlich über dem derzeitigen Eurokurs, wobei ein direkter Vergleich wegen der unterschiedlichen Währungen nur eingeschränkt aussagekräftig ist.
Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Fall, bei dem operative Dynamik und Bewertungslogik der Analystenhäuser derzeit deutlich voneinander abweichen.
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