Vermögende Kunden ziehen ihr Geld ab. Der Schweizer Asset Manager Partners Group reagiert auf diese Entwicklung. Chairman Steffen Meister plant künftig kleinere Volumina für Evergreen-Fonds. Das Ziel: mehr Stabilität in einem nervösen Marktumfeld.
Abflüsse in Asien
Partners Group verwaltet rund 185 Milliarden US-Dollar. Davon stecken 56 Milliarden in sogenannten Evergreen-Fonds. Diese Vehikel ohne feste Laufzeit bieten Privatanlegern Zugang zu Private Equity. Besonders in der Region Asien-Pazifik fordern Kunden nun verstärkt ihr Kapital zurück.
Bereits Anfang Juni drosselte das Unternehmen die Rückgaben für seinen größten Evergreen-Fonds. Das Management deckelte die Auszahlungen aus dem Global Value SICAV auf fünf Prozent. Zuvor hatten die Rücknahmeanträge fast zehn Prozent des Nettoinventarwerts erreicht.
Branche unter Druck
Der Druck auf illiquide Anlageklassen trifft die gesamte Branche. Konkurrenten wie Ares Management und Apollo Global Management kämpfen mit ähnlichen Abflüssen. Auch sie mussten zuletzt Auszahlungen begrenzen. Experten werten dies als Schutzmaßnahme gegen Notverkäufe.
Ares meldete für seinen Strategic Income Fund zuletzt hohe Rücknahmeanträge. Der Anbieter deckelte die Auszahlungen turnusgemäß auf fünf Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Apollo. Dort forderten Anleger fast 17 Prozent aus einem großen Private-Credit-Fonds zurück. Auch hier griff eine strikte Auszahlungsschranke.
Aktie markiert Tiefstand
An der Börse hinterlässt die Entwicklung tiefe Spuren. Die Aktie der Partners Group markierte am Donnerstag bei 700 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Zum Handelsschluss rettete sich das Papier leicht auf 707 Euro. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf über 35 Prozent.
Technisch ist der Titel massiv überverkauft. Der RSI liegt bei extremen 23 Punkten. Parallel dazu notiert der Kurs rund 20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Chairman Meister plant indes keine weiteren Liquiditätsbeschränkungen.
Das Management muss nun beweisen, dass die kleineren Fondsgrößen den Abwärtsdruck stoppen. Die Stabilisierung der Bilanz ist eingeleitet. Gelingt es Partners Group, die Abflüsse in Asien aufzuhalten, könnte die stark abgestrafte Aktie einen Boden finden.
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