Ende April warf der Leerverkäufer Grizzly Research eine Bombe auf den Schweizer Finanzplatz. Bis zu 40 Prozent der Vermögenswerte in den Evergreen-Fonds von Partners Group seien falsch bewertet. Verwaltungsratspräsident Steffen Meister wies die Vorwürfe als verleumderisch zurück. Die Anleger reagierten trotzdem mit Panik. Eine massive Rücknahmewelle drückt den Kurs seither in die Tiefe.
Flucht aus den Fonds
Der luxemburgische Global Value SICAV meldet für das zweite Quartal 2026 erhebliche Abflüsse. Die Rücknahmeanträge erreichten rund 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts. Auch ein US-Vehikel in Delaware reißt nach dem jüngsten Handelsfenster im Mai die kritische Fünf-Prozent-Marke. Das Unternehmen rechnet hier mit Abflüssen von etwa sechs Prozent.
Drei weitere institutionelle Evergreen-Fonds verzeichneten Rückgaben zwischen 3,5 und fünf Prozent. Diese Vehikel verwalten zusammen 9,7 Milliarden US-Dollar. CEO David Layton macht für die Unruhe direkt die kritischen Berichte von Grizzly Research verantwortlich. Sie hätten private Kunden massiv verunsichert.
Branchenweiter Druck und Insider-Käufe
Das Problem beschränkt sich nicht auf die Schweiz. Konkurrenten wie EQT, CVC Capital Partners und Bridgepoint verzeichneten ebenfalls spürbare Kursverluste. Parallel dazu musste der US-Riese Blackstone die Rücknahmen bei seinem Private-Credit-Fonds BCRED deckeln. Dort sprengten Forderungen von 4,4 Milliarden US-Dollar das Limit.
Partners Group sendet nun ein bewusstes Signal der Stärke. Der Konzern öffnete ab dem 5. Juni 2026 ein außerplanmäßiges Handelsfenster für die eigene Belegschaft. Mitarbeiter kauften daraufhin Aktien im Wert von über 20 Millionen Franken. Sie bilden bereits die größte Investorengruppe des Vermögensverwalters.
Prognose steht, Analysten gespalten
Das Management hält an den Jahreszielen fest. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Partners Group weiterhin eine Bruttoneukundennachfrage von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr sollen die Mittelzuflüsse die Abflüsse übersteigen. Danach könnte die Evergreen-Plattform das Wachstum leicht bremsen.
Die Zürcher Kantonalbank hält die Marktreaktion für übertrieben. Die Analysten betonen, dass die betroffenen Rücknahmen weniger als ein Prozent der gesamten verwalteten Vermögen ausmachen. Ende 2025 lagen diese bei knapp 185 Milliarden Dollar.
Citigroup fordert hingegen erst belastbare Belege für stabile Zuflüsse. Vontobel und Julius Bär reagierten vorsichtiger. Sie senkten ihre Kursziele auf 960 beziehungsweise 1.200 Schweizer Franken.
Der nächste harte Faktencheck folgt Mitte Juli. Dann veröffentlicht Partners Group das Update zu den verwalteten Vermögen per Ende Juni. Diese Zahlen werden belegen, ob neue Gelder die aktuellen Abflüsse kompensieren.
Technisch ist das Papier stark angeschlagen. Die Aktie notiert bei 751,80 Euro und hat seit Jahresbeginn über 31 Prozent an Wert verloren. Mit einem RSI von 25,0 bewegt sich der Titel tief im überverkauften Bereich.
Partners Group-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Partners Group-Analyse vom 11. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Partners Group-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Partners Group-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Partners Group: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


