Die Partners Group Aktie erlebt an der Börse einen brutalen Ausverkauf. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um fast 30 Prozent ein. Kürzlich markierte das Papier bei 733 Euro ein neues Jahrestief. Während Anleger flüchten, baut das Management seine eigenen Positionen massiv aus.

Am Freitag schloss der Titel bei 767 Euro. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Schweizer Papier rund 21 Prozent an Wert. Ein RSI-Wert von 28,7 signalisiert eine stark überverkaufte Marktlage.

Millionen-Käufe der Chefetage

Führungskräfte und Mitarbeiter kauften zuletzt Aktien für über 20 Millionen Schweizer Franken. Das Unternehmen öffnete dafür eigens ein spezielles Handelsfenster. Mitgründer Fredy Gantner macht den US-Shortseller Grizzly Research für den Kurseinbruch verantwortlich. Er kündigte ein Strafverfahren an.

Gantner nannte den Ausverkauf eine massive Überreaktion. Er räumte allerdings Fehler in der jüngsten Unternehmenskommunikation ein. Die Transparenz soll sich künftig verbessern.

Rücknahmedruck belastet Fonds

Der Auslöser der Börsenpanik liegt im operativen Geschäft. Partners Group begrenzte die Auszahlungen bei einem milliardenschweren Flaggschiff-Fonds. Die Rücknahmeanträge waren im Frühjahr auf fast zehn Prozent gestiegen. Erlaubt sind nun maximal fünf Prozent pro Quartal.

Auch bei anderen Evergreen-Fonds häufen sich die Abflüsse. Die Folge: Das Netto-Wachstum der verwalteten Vermögen dürfte im zweiten Halbjahr spürbar sinken. Das Management rechnet mit einem Dämpfer von bis zu zwei Prozentpunkten.

Analysten passen Kursziele an

Die Analystengemeinschaft reagiert mit zahlreichen Abstufungen. Mehrere Banken korrigierten ihre Erwartungen für die Schweizer Aktie:

  • Jefferies: Senkung auf 760 CHF (zuvor 1.130 CHF)
  • Oddo BHF: Senkung auf 920 CHF, Herabstufung auf Neutral
  • Julius Bär: Senkung auf 1.200 CHF (zuvor 1.400 CHF)

Andere Experten wie die Zürcher Kantonalbank halten die Marktreaktion für stark übertrieben. Sadif Investment Analytics rät hingegen direkt zum Verkauf.

Trotz des Gegenwinds bestätigt der Vorstand seine Jahresziele. Partners Group erwartet für 2026 weiterhin Brutto-Neuzuflüsse zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar. Das Kerngeschäft mit institutionellen Investoren gilt als stabil.

Am 15. Juli legt der Finanzinvestor sein nächstes Update zu den verwalteten Vermögen vor. Dann zeigt sich in harten Zahlen, ob institutionelle Zuflüsse die privaten Abflüsse ausgleichen. Die finalen Halbjahresergebnisse folgen am 1. September.