Partners Group meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Rekord bei den Kapitalzusagen – und musste zugleich einräumen, dass die Ertragsqualität hinter den eigenen Zielen zurückbleibt. Die Aktie des Schweizer Private-Markets-Investors notiert am Freitag bei 722,40 Euro und gibt im Tagesverlauf um 1,04 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 31,91 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch vom 8. August 2025 beträgt der Abstand 40,47 Prozent.

Rekordzusagen, aber schwache Performance-Erträge

Im Business Update zum ersten Halbjahr 2026 bezifferte Partners Group die neuen Kapitalzusagen auf 16 Milliarden US-Dollar, nach 12 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das verwaltete Gesamtvermögen kletterte per 30. Juni auf 186 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte das Unternehmen seine Guidance für die Bruttonachfrage neuer Kunden von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar.

Weniger erfreulich fiel der Blick auf die Ertragsstruktur aus: Der Anteil der Performance-Erträge am Gesamtumsatz lag im ersten Halbjahr unter 20 Prozent – deutlich unter dem langfristigen Zielkorridor von 25 bis 40 Prozent. Als Ursachen nannte Partners Group verzögerte Exits sowie eine schwächere Wertentwicklung in den Evergreen-Strategien. Bereits im Juni hatte das Unternehmen eine offizielle Stellungnahme zur Liquiditätssituation dieser evergreen-strukturierten Fondsvehikel veröffentlicht, nachdem Marktunsicherheiten aufgekommen waren.

UBS stuft Aktie herab

Genau an diesem Punkt setzte auch die jüngste Analystenreaktion an: UBS senkte am 8. Juli ihr Rating für Partners Group von „Buy“ auf „Neutral“ und reduzierte das Kursziel deutlich auf 705 Franken. Als Begründung führten die Analysten die anhaltenden Unsicherheiten rund um die Evergreen-Fonds sowie den unter dem Zielkorridor liegenden Anteil an Performance-Erträgen an. Die Herabstufung erfolgte damit noch vor Veröffentlichung des vollständigen Halbjahresberichts, traf aber inhaltlich bereits den Kern der später bestätigten Schwächen.

Der Kurs bewegt sich seither in einer schwierigen Spanne: Mit einem RSI von 42,8 zeigt sich das Papier weder überkauft noch überverkauft, notiert aber 5,83 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 767,10 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand sogar rund ein Viertel.

Expansion trotz Gegenwind

Operativ trieb Partners Group im Juli mehrere Großprojekte voran. Das „Infrastructure Secondaries“-Programm schloss mit einem Volumen von über 5,5 Milliarden US-Dollar, das vierte direkte Infrastrukturprogramm „Direct Infrastructure IV“ kam auf Gesamtzusagen von mehr als 15 Milliarden US-Dollar. Die 2024 lancierte Royalty-Strategie, die unter anderem Lizenzrechte an der Serie „South Park“ hält, wuchs im ersten Halbjahr um 50 Prozent auf ein verwaltetes Vermögen von 1,5 Milliarden US-Dollar.

Im Kundenauftrag investierte Partners Group zudem 260 Millionen britische Pfund in eine britische Leasingplattform für Schienenfahrzeuge sowie in das Miami-Luxusprojekt „B Residences“, das unter der Marke der Portfoliogesellschaft Breitling geführt wird.

Auf der Kapitalseite zeigten sich Mitglieder der Geschäftsleitung zwischen April 2025 und Juli 2026 investitionsbereit: Insidern zufolge kauften sie in diesem Zeitraum Aktien für fast 12 Millionen Franken, tätigten nach Vorlage der Halbjahreszahlen jedoch vorerst keine weiteren Zukäufe. Im Mai hatte die Generalversammlung eine Dividende von 46,00 Franken pro Aktie für das Geschäftsjahr 2025 genehmigt und Steffen Meister als Präsidenten des Verwaltungsrats wiedergewählt.