Partners Group hat am Dienstag Halbjahreszahlen vorgelegt, die den Kern des Problems offenlegen: Die Erträge sanken in den ersten sechs Monaten 2026 um 7 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken.

Verantwortlich dafür sind vor allem die Performance Fees, die um 39 Prozent auf 216 Millionen Franken einbrachen. Das operative Ergebnis blieb entsprechend unter Druck: Der Gewinn fiel um 13 Prozent auf 502 Millionen Franken.

Besonders schwer wiegt für Anleger die gesenkte Guidance. Partners Group rechnet nun mit einem Anteil der Performance Fees am Gesamteinkommen von nur noch 20 bis 25 Prozent – zuvor hatte das Unternehmen mindestens 25 Prozent in Aussicht gestellt. Diese Korrektur bestätigt, was der Markt seit Monaten befürchtet: Die erfolgsabhängigen Erträge, lange ein zentraler Werttreiber, erholen sich langsamer als gehofft.

Managementgebühren und Fundraising liefern Gegengewicht

Nicht alle Kennzahlen fielen negativ aus. Die Managementgebühren stiegen im ersten Halbjahr um 6 Prozent auf 905 Millionen Franken – ein stabiler, wiederkehrender Ertragsstrom, der die Schwäche bei den Performance Fees teilweise auffängt. Die verwalteten Vermögen wuchsen von 185 Milliarden Dollar Ende 2025 auf 186 Milliarden Dollar per Ende Juni.

Noch deutlicher fällt die positive Nachricht beim Fundraising aus: Mit 16 Milliarden Dollar erzielte Partners Group im ersten Halbjahr das stärkste Ergebnis der ersten Jahreshälfte in der 30-jährigen Unternehmensgeschichte, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für das Gesamtjahr hält das Unternehmen an seiner Zusage von 26 bis 32 Milliarden Dollar an neuen Kapitalzusagen fest. Auf der Investitionsseite unterzeichnete Partners Group bis August Transaktionen im Volumen von 5 Milliarden Dollar, darunter die Übernahmen von Aroma-Zone im Beauty- und Wellness-Segment sowie von AVK im Bereich Datencenter-Stromversorgung.

Analysten uneins über die Bewertung

Die Reaktionen am Markt bleiben gespalten. Vontobel bestätigte am Dienstag sein Buy-Rating mit einem Kursziel von 960 Franken und signalisiert damit deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.

UBS hatte die Aktie bereits im Juli von Buy auf Neutral zurückgestuft und das Kursziel massiv von 1.175 auf 705 Franken gekappt – mit Verweis auf ein negatives Gewinnmomentum und die Erwartung weiterer Rücknahmebeschränkungen bei reifen Evergreen-Fonds.

Genau dieser Punkt bleibt das strukturelle Risiko für Partners Group: Im Juni hatte das Unternehmen bei seinem 8,6 Milliarden Dollar schweren Fonds Global Value SICAV ein Gating eingeführt und Rücknahmen auf maximal 5 Prozent pro Quartal begrenzt.

Ein im Mai veröffentlichter Bericht des Shortsellers Grizzly hatte zudem behauptet, bis zu 40 Prozent der Investitionen in den Evergreen-Fonds seien deutlich überbewertet – Vorwürfe, die Partners Group zurückweist.

Fazit für Anleger

Die Aktie notiert aktuell bei 727,80 Euro und damit 0,5 Prozent unter dem Vortagesschluss. Über die vergangenen sieben Handelstage summierte sich der Rückgang auf 8,7 Prozent – ein Zeichen, dass die gesenkte Performance-Fee-Prognose stärker wiegt als der Fundraising-Rekord.

Für die kommenden Quartale bleibt entscheidend, ob sich die Liquiditätsbeschränkungen bei den Evergreen-Fonds normalisieren und die Performance Fees wieder anziehen – erst dann dürfte sich die Bewertungslücke zwischen den optimistischen und den skeptischen Analystenstimmen schließen.