Partners Group baut sein Asiengeschäft weiter aus. Das Unternehmen hat gestern ein neues Private-Credit-Mandat über 1 Milliarde US-Dollar mit einem großen institutionellen Investor aus Asien abgeschlossen. Das Kapital fließt in vorrangige und nachrangige Direktkredite an Unternehmen in der Region Asien-Pazifik.

Der Zufluss reiht sich in eine Serie ähnlicher Abschlüsse. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, hat Partners Group innerhalb der vergangenen zwölf Monate bereits mehr als fünf Mandate mit asiatischen institutionellen Investoren an Land gezogen, darunter ein 800-Millionen-Euro-Mandat für einen Staatsfonds. Die Region entwickelt sich damit zu einer tragenden Säule im Fundraising des Vermögensverwalters.

Royalties-Strategie mit deutlichem Wachstumsschub

Neben dem Asiengeschäft meldet Partners Group auch bei einer kleineren, aber wachstumsstarken Sparte klare Fortschritte: Das verwaltete Vermögen in der Private-Markets-Royalties-Strategie legte im vergangenen Halbjahr um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar zu.

Im laufenden Jahr wurden bislang acht Transaktionen in diesem Segment abgeschlossen. Für ein Geschäftsfeld, das Erlösbeteiligungen statt klassischer Eigen- oder Fremdkapitalstrukturen anbietet, ist dieses Tempo ein Signal dafür, dass institutionelle Anleger zunehmend Alternativen zu traditionellen Private-Equity- und Private-Debt-Vehikeln suchen.

Für Anleger fügen sich beide Meldungen zu einem Bild: Partners Group gelingt es, sein verwaltetes Vermögen über mehrere Kanäle gleichzeitig zu verbreitern – geografisch über Asien, strategisch über neue Anlageklassen wie Royalties.

Kursreaktion bleibt verhalten

Am Kapitalmarkt hat sich die Nachrichtenlage bislang kaum niedergeschlagen. Die Aktie schloss am Dienstag bei 757,40 Euro, ein Minus von 1,0 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangene Woche steht ein Rückgang von 3,3 Prozent zu Buche, während sich der Titel auf Sicht von 30 Tagen um 4,3 Prozent erholt hat.

Seit Jahresbeginn verbleibt jedoch ein deutliches Minus von 29 Prozent, und gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro aus dem September vergangenen Jahres fehlen der Aktie noch 39 Prozent.

Ein Londoner Analyst hatte den Titel am Montag auf „Buy“ hochgestuft und ein rekordhohes Kursziel für die SMI-Aktie ausgegeben – ein deutlicher Kontrast zu einer zuvor bestätigten „Hold“-Einstufung eines anderen Hauses von Anfang des Monats. Auch ein Fondsanbieter hatte in der vergangenen Berichtswoche nach den jüngsten Kursrückgängen seine Position an Partners Group spürbar aufgestockt.

Ausblick auf Halbjahreszahlen

Wie belastbar sich das operative Momentum in den Zahlen niederschlägt, dürfte sich bald zeigen: Für den 1. September ist die Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 angekündigt. Bis dahin bleibt für Anleger die Frage im Raum, ob das kräftige Fundraising in Asien und im Royalties-Geschäft die schwache Kursentwicklung im laufenden Jahr allmählich kompensieren kann.