Partners Group meldet für das erste Halbjahr 2026 ein kräftiges Wachstum in einem noch jungen Geschäftsfeld: Die 2024 lancierte Royalty-Strategie des Schweizer Private-Markets-Investors legte bei den verwalteten Vermögen um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar zu. Das Segment umfasst mittlerweile 53 Royalty-Investitionen, davon acht neue Transaktionen allein im laufenden Jahr. Zu den jüngsten Zukäufen zählen Lizenzrechte an der Serie „South Park“, an Musik von The Weeknd, an einem Nasenspray-Produkt sowie an Erdgas-Lizenzen. Die Portfolio-Rendite liegt nach eigenen Angaben bei rund 12 Prozent per annum, bei einer Volatilität von unter 5 Prozent. Seit Mitte 2025 steht Anlegern zudem ein Evergreen-Fonds für diese Strategie offen.
Rekordzufluss bei Neugeldern, Leerverkäufer widersprechen
Das Wachstum bei den Royalties reiht sich in einen breiteren Trend ein. Partners Group verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben rekordhohe Neuzusagen von Kunden in Höhe von rund 16 Milliarden. Zum 30. Juni 2026 summierten sich die gesamten verwalteten Vermögen auf 186 Milliarden Franken, ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen ein Fundraising zwischen 26 und 32 Milliarden Franken an, erwartet aber gleichzeitig ein leicht rückläufiges Netto-Vermögenswachstum von minus 1 bis minus 2 Prozent für den Zeitraum zweites Halbjahr 2026 bis erstes Halbjahr 2027. Auffällig ist die Kapitalverteilung: 42 Prozent der neuen Zusagen entfallen auf Infrastrukturprojekte, fast die Hälfte des frischen Kapitals stammt von institutionellen Investoren, mit denen bereits bestehende Beziehungen gepflegt werden. Rund ein Zehntel des eingesetzten Kapitals wird über recyceltes Kapital überplatziert. Bei den Private-Equity-Beteiligungen liegt gut ein Drittel im oberen Bewertungsquartil ihres jeweiligen Marktsegments.
Der Boom bei privaten Anlagen bleibt jedoch nicht unwidersprochen. Der Shortseller Grizzly Research wirft Partners Group in seiner Kritik eine Überbewertung einzelner Portfoliopositionen vor, als Beispiel wird die Beteiligung an der Uhrenmarke Breitling genannt. Ein Analyst von Vontobel ordnete die Vorwürfe ein und bezeichnete einzelne fehlerhafte Bewertungen als in der Branche normal. Die zugrundeliegende Struktur der Evergreen-Fonds, die mit Rücknahmebeschränkungen für Anleger arbeiten, steht dabei ebenfalls im Fokus der Debatte um die Liquidität privater Marktanlagen.
Kurs erholt sich, bleibt aber weit unter altem Hoch
An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt widerstandsfähig. Das Papier notiert aktuell bei 743,40 Euro und damit 1,92 Prozent höher als am Vortag. Der Erholungsversuch ändert jedoch wenig am Gesamtbild des Jahres: Seit Januar hat die Aktie knapp 30 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch, das im August 2025 markiert wurde, trennen das Papier weiterhin knapp 39 Prozent. Der jüngste Kursanstieg dürfte Anlegern signalisieren, dass die operativen Fortschritte bei Royalty-Geschäft und Neugeldzuflüssen zumindest kurzfristig stärker wiegen als die Bewertungsvorwürfe der Leerverkäufer – ob sich daraus eine nachhaltige Trendwende ableiten lässt, bleibt angesichts der schwachen Jahresperformance und der von Partners Group selbst avisierten Wachstumsdelle bei den Netto-Vermögen vorerst offen.
Die kommenden Monate dürften zeigen, ob die diversifizierte Wachstumsstrategie – von klassischen Private-Equity-Beteiligungen über Infrastruktur bis zu Nischenfeldern wie Royalties – ausreicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Die Kombination aus Rekordzuflüssen und öffentlich geäußerter Bewertungskritik macht die Aktie zu einem der spannungsreicheren Fälle unter den europäischen Vermögensverwaltern.
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