Partners Group zieht sich aus der Finanzierung der taiwanischen Bubble-Tea-Marke Gong cha zurück. Wie Reuters berichtete, konnte der Zuger Private-Markets-Investor seine private Kreditposition sowie eine Minderheitsbeteiligung an der Kette abbauen, nachdem Bain Capital Gong cha von TA Associates übernommen hatte.
Partners Group hatte 2019 mehr als 200 Millionen US-Dollar zur Finanzierung der damaligen TA-Übernahme bereitgestellt und war zusätzlich als Minderheitsaktionär eingestiegen.
Ein Kapitel geht zu Ende
Der Ausstieg markiert das Ende eines mehrjährigen Engagements, das ursprünglich als klassisches Private-Credit-Investment mit Beteiligungscharakter angelegt war.
Für Partners Group ist der Vorgang ein weiterer Beleg dafür, dass sich das Unternehmen in seinem Kreditportfolio aktiv von reifen Positionen trennt, sobald sich ein Käufer findet – in diesem Fall Bain Capital, das die Marke komplett übernahm und damit den Weg für die Rückführung des Kapitals an Partners Group frei machte.
Halbjahreszahlen der Private-Equity-Tochter belasten die Stimmung
Parallel dazu rückte am Donnerstag der Halbjahresbericht der Partners Group Private Equity Limited in den Fokus. Der Bericht wies für das erste Halbjahr 2026 eine Abnahme des Nettoinventarwerts auf Total-Return-Basis von 8,6 Prozent aus.
Gleichzeitig flossen den Investoren rund 111 Millionen Euro an Ausschüttungen zu, weitere 35 Millionen Euro wurden über Aktienrückführungen an die Anteilseigner zurückgegeben. Der Manager verwies bei einem begleitenden Investoren-Webcast auf die Portfolioentwicklung zum Stichtag 30. Juni 2026 – die Zahlen selbst waren zu diesem Zeitpunkt noch unaudiert.
Diese Kombination aus rückläufigem Nettoinventarwert und laufenden Kapitalrückführungen zeigt, wie stark das aktuelle Marktumfeld die Bewertung von Private-Equity-Beteiligungen unter Druck setzt, während der Manager gleichzeitig versucht, Liquidität an Anleger zurückzugeben.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse hat sich die Partners-Group-Aktie zuletzt stabilisiert. Am Freitag schloss das Papier bei 799,00 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent im Tagesvergleich. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 4,4 Prozent zu Buche, über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Zuwachs auf 9,4 Prozent.
Der Blick auf das Jahr relativiert diese jüngste Erholung allerdings deutlich: Seit Jahresbeginn liegt der Titel weiterhin 25 Prozent im Minus, verglichen mit dem Schlusskurs vor rund einem Jahr sogar 33 Prozent tiefer. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.240,00 Euro, erreicht Anfang September vergangenen Jahres, trennen die Aktie derzeit 36 Prozent.
Wachsendes Kreditgeschäft in Asien als Gegengewicht
Der Rückzug aus Gong cha fällt in eine Phase, in der Partners Group sein Private-Credit-Geschäft in Asien ausbaut. Reuters berichtete, dass der Manager gemeinsam mit anderen großen Häusern die Kreditvergabe in der Region ausweitet.
Ein Anfang August abgeschlossenes Mandat über eine Milliarde US-Dollar für einen großen institutionellen Investor in Asien untermauert diese Strategie – auch wenn dieses Thema für Anleger bereits seit gut einer Woche bekannt ist und die Aktie seither um 4,4 Prozent zugelegt hat. Der Ausstieg bei Gong cha fügt sich in dieses Bild: Kapital aus reifen Positionen wird frei, um es in neue, größere Mandate zu lenken.
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