Partners Group hat am Freitag seine Beteiligung am polnischen Einzelhändler Zabka an den kanadischen Konzern Couche-Tard veräußert. Medienberichten zufolge erfolgt der Ausstieg vor dem Hintergrund einer Vertrauenskrise bei der Bewertung der sogenannten Evergreen-Fonds sowie einer Gewinnwarnung bei den Performance-Fees. Die Aktie schloss am selben Tag bei 724,80 Euro und büßte damit 0,79 Prozent ein. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von 31,69 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch vom 8. August 2025 klafft mittlerweile eine Lücke von 40,27 Prozent.

Misstrauen gegenüber semi-liquiden Fonds

Der Zabka-Verkauf reiht sich in eine Serie von Belastungsfaktoren ein, die seit dem Frühsommer auf dem Kurs lasten. Bereits Anfang Juni hatte Partners Group die Rückzahlungen aus dem 8,6 Milliarden US-Dollar schweren „Global Value SICAV“-Fonds auf 5 Prozent pro Quartal begrenzt, nachdem Rücknahmeanträge in Höhe von rund 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts eingegangen waren. Diese Episode nährt seither Zweifel an der Bewertung der semi-liquiden Fondsstrukturen, über die das Unternehmen einen erheblichen Teil seines Geschäfts abwickelt. Im Business Update zum ersten Halbjahr 2026 hatte Partners Group zudem gewarnt, dass die Performance-Erträge im ersten Halbjahr voraussichtlich unter 20 Prozent des Gesamtumsatzes liegen werden – deutlich unterhalb des eigenen Zielkorridors von 25 bis 40 Prozent.

Die Analysten von UBS reagierten am Freitag mit einer Herabstufung von „Buy“ auf „Neutral“ und senkten das Kursziel auf 705 Schweizer Franken. Als Begründung verwiesen sie auf das schwache kurzfristige Gewinn-Momentum sowie auf Liquiditätsprobleme in den semi-liquiden Fonds. Die Einschätzung deckt sich mit der Skepsis, die den Zabka-Verkauf und die Rücknahmebeschränkungen begleitet.

Management kauft gegen den Trend

Dass die Führungsebene den Kursverfall nicht tatenlos hinnimmt, zeigen Insidertransaktionen: Mitglieder des Top-Managements erwarben im Juli eigene Aktien im Gesamtwert von rund 45 Millionen Schweizer Franken. Solche Käufe gelten in der Regel als Signal, dass das Management die aktuelle Bewertung für übertrieben hält – auch wenn sie kurzfristig kaum ausreichen dürften, das Vertrauen der breiteren Anlegerschaft zurückzugewinnen.

Fundraising läuft trotz der Turbulenzen weiter

Abseits der Evergreen-Problematik meldet Partners Group operativ Fortschritte. Ende Juli schloss das Unternehmen sein Programm „Infrastructure Secondaries“ final mit Kapitalzusagen von über 5,5 Milliarden US-Dollar ab, wobei mehr als 70 Prozent der Zusagen von Neukunden stammten. Wenige Tage zuvor hatte der vierte direkte Infrastrukturfonds mit einem Volumen von über 15 Milliarden US-Dollar geschlossen; das Programm ist bereits zu über 40 Prozent in elf Seed-Assets investiert. Die 2024 gestartete Royalties-Sparte wuchs im ersten Halbjahr um 50 Prozent auf ein verwaltetes Vermögen von 1,5 Milliarden US-Dollar.

Insgesamt bezifferte Partners Group das gesamte verwaltete Vermögen zum 30. Juni 2026 auf 186 Milliarden US-Dollar, begleitet von Rekord-Kapitalzusagen in Höhe von 16 Milliarden US-Dollar. Die Guidance für die Bruttonachfrage neuer Kunden im Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen bei 26 bis 32 Milliarden US-Dollar. Im „Mid-Year Outlook 2026“ zeigte sich Partners Group zudem zuversichtlich, dass sich die Private-Markets-Aktivitäten im zweiten Halbjahr beleben werden, getrieben durch Investitionen in KI-Infrastruktur und eine Erholung bei Börsengängen. Anfang Juli hatte das Unternehmen bereits 260 Millionen britische Pfund in eine britische Leasingplattform für Schienenfahrzeuge der nächsten Generation investiert.

Für Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Robuste Fundraising-Zahlen und ein wachsendes Infrastrukturgeschäft stehen einer Vertrauenskrise bei den Evergreen-Fonds und einer verhaltenen Analystenreaktion gegenüber. Aufschluss über das Ausmaß der Belastung dürfte der für den 1. September angekündigte vollständige Zwischenbericht mit den detaillierten Finanzergebnissen zum ersten Halbjahr 2026 liefern.