Der Schweizer Vermögensverwalter Partners Group steht im Segment der privaten Märkte vor spürbarem Gegenwind. An der Börse legte die Aktie am Freitag zwar um 1,9 Prozent auf 640,80 Euro zu, seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus jedoch auf 40 Prozent. Hinter dieser schwachen Entwicklung stehen veränderte Marktbedingungen, die das Geschäftsmodell offener Privatmarktfonds auf eine harte Probe stellen.
Im Zentrum der Diskussionen stehen die sogenannten Evergreen-Fonds. Diese Vehikel sollen Anlegern kontinuierliche Einstiegs- und Ausstiegsmöglichkeiten in illiquide Vermögenswerte wie Unternehmensbeteiligungen bieten. Wenn jedoch viele Investoren gleichzeitig ihr Kapital abziehen möchten, geraten die Liquiditätsmechanismen dieser Strukturen schnell unter Druck.
Abwicklung der britischen Beteiligungsgesellschaft
Besonders deutlich zeigte sich diese Belastung bei der von Partners Group verwalteten Partners Group Private Equity Limited. Bei einer außerordentlichen Versammlung votierten die Anteilseigner mit 99,89 Prozent für eine geordnete Abwicklung des gesamten Anlageportfolios.
Zuvor hatten bereits Investoren mit 74,1 Prozent der Anteile die Liquiditätsoption gewählt. Die Rückzahlung verfügbarer Verwertungserlöse an die Anleger soll ab dem 31. März 2027 auf halbjährlicher Basis erfolgen.
Laut Reuters steht die Abwicklung des britischen Trusts im Zusammenhang mit gestiegenen Rücknahmeanträgen bei Private-Market-Fonds der Partners Group.
Zwar betrifft das Liquidationsverfahren direkt die Londoner Gesellschaft und nicht die Partners Group Holding selbst, allerdings offenbart der Schritt eine deutliche Verschiebung der Kundenpräferenzen. Zahlreiche Marktteilnehmer verlangen nach greifbarer Liquidität statt langfristiger Kapitalbindung.
Umbau bestehender Produkte soll Abflüsse bremsen
Als Reaktion auf die veränderte Marktlage hat das Management Anpassungen bei bestehenden Strukturen angestoßen. Vor gut einer Woche schlug Partners Group vor, das Flaggschiff-Produkt Global Value SICAV grundlegend umzugestalten.
Der Private-Equity-Evergreenfonds, dessen Nettoinventarwert zuletzt mit 6,6 Milliarden Euro ausgewiesen wurde, soll in einen Dachfonds mit zwei Teilportfolios überführt werden. Eines davon dient dem langfristigen Kapitalzuwachs, während das zweite Erträge realisieren und Ausschüttungen ermöglichen soll. Dieser Schritt steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Anleger.
Parallel dazu erweitert das Unternehmen sein Angebot im Bereich der privaten Kredite. Partners Group lancierte eine globale Multi-Sektor-Private-Credit-Income-Strategie als offenen Evergreen-Fonds. Das Portfolio richtet sich an institutionelle Kunden sowie Privatanleger und bündelt vorrangige Direktkredite, Kredit-Zweitmarktanteile, Fondsfinanzierungen und liquide Kreditinstrumente.
Analysten dämpfen Gewinnerwartungen
Die operative Neuausrichtung kann die Skepsis am Kapitalmarkt vorerst nicht vollständig auflösen. Vor gut einer Woche senkte das Analysehaus Jefferies das Kursziel für die Aktie auf 605 CHF und stufte den Titel auf „Hold“ ein.
Zur Begründung verwiesen die Experten auf Verzögerungen bei der Erholung der verwalteten Vermögen, die aus den anhaltenden Problemen der Evergreen-Fonds resultieren. Parallel dazu kürzte das Haus seine Prognosen für die kommenden Geschäftsjahre.
Für Partners Group bleibt die Stabilisierung der Evergreen-Strukturen die zentrale Aufgabe. Das Management muss beweisen, dass die flexiblen Fondskonzepte auch in einem Umfeld höherer Rücknahmeanträge verlässlich funktionieren. Erst wenn die Umstrukturierungen greifen und die Mittelabflüsse nachlassen, dürfte das Vertrauen der Anleger an den Finanzmärkten nachhaltig zurückkehren.
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